• Facebook
  • Twitter

SCP bietet dem HSV die Stirn – und verliert: "Habe ich fast nicht geglaubt"

© IMAGO / Ulrich Hufnagel

Zwischen dem SC Paderborn und dem Hamburger SV ereignete sich im Top-Spiel eine packende Begegnung, an deren Ende die Ostwestfalen als Verlierer vom Platz gingen. Cheftrainer Lukas Kwasniok hob eine Szene hervor, die den kleinen Unterschied zwischen den Spitzenteams letztendlich ausmachte. Trotzdem war der Fußballlehrer stolz.

"Haben uns aus dem Fenster gelehnt"

Bei einem Konter in der 45. Spielminute startete Sirlord Conteh auf Paderborner Seite durch und scheiterte mit einem Lupfer ans Gebälk, sonst wäre der SCP am Sonntagmittag wohl in Führung gegangen. Im direkten Gegenzug stellte Jean-Luc Dompé den Pausenrückstand aus Sicht der Gastgeber her. "Den haben die Hamburger ja auch nicht vom Basar geholt", hob Lukas Kwasniok in der Pressekonferenz die Qualität des HSV-Stürmers hervor. Die Paderborner stellten im zweiten Abschnitt auf 2:2, doch letztendlich gingen die Hamburger als Sieger vom Platz.

Kwasniok war mit der Partie zufrieden. "Es gab heute nicht nur einen Sieger, sondern zwei. Den Hamburger SV und den Fußball in der 2. Bundesliga", verdeutlichte der SCP-Coach, dass wieder einmal ein Spektakel mit Paderborner Beteiligung zur ausgezeichneten Werbung für die Spielklasse wurde. "Wir haben uns ein wenig aus dem Fenster gelehnt und gesagt, dass wir dem HSV einen offenen Schlagabtausch abverlangen. Das haben bisher recht wenige Mannschaften geschafft", so Kwasniok, der sich nun in diese Riege einreihen wollte. Direkt zu Beginn der Partie hatte der SCP den vermeintlichen Favoriten immerhin ordentlich ins Straucheln gebracht.

Kwasnioks überraschendes Understatement

Letzten Endes siegte die Qualität der Hamburger. "Du weißt genau, was kommt, und kannst es trotzdem nicht verteidigen", musste sich Kwasniok geschlagen geben. Jammern wollte er aber nicht, denn als vermeintlicher Underdog aus Ostwestfalen war die Darbietung gegen den Top-Favoriten der Liga ansehnlich. "Ich habe fast schon nicht geglaubt, dass wir überhaupt in der Lage sind, so eine Klasse-Leistung gegen den HSV an den Tag zu legen", gestand Kwasniok ehrlich ein – obwohl es erst die zweite Heim-Niederlage für die Paderborner waren, die bis dato schon 24 Mal im eigenen Stadion trafen. Übte sich der SCP-Coach in Understatement?

Kwasniok klärte auf: "Uns fehlt aus meiner Sicht gar nichts, aber wir spielen am Limit. Dass wir uns mit Darmstadt und Hamburg messen dürfen, hängt damit zusammen, dass sich Jungs bei uns entwickelt und den nächsten Schritt gemacht haben. Das ist keine Selbstverständlichkeit." Trotz hervorragender Auftritte bis zum jetzigen Zeitpunkt sei der SCP schließlich nicht mit einer Favoritenrolle in die Saison gegangen – oder entsprechenden Aufstiegsambitionen. "Wir wollen einfach eine gute Runde spielen", betonte der Coach, der den HSV weiterhin als Top-Kandidaten einordnete: "Vielleicht schaffen wir es bis zur Rückrunde, dass wir uns nochmal einen Ticken entwickeln. Und der Gegner hört mit dem Trainieren auf, dann überholen wir sie vielleicht."