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"Sicherlich nicht der Letzte": Landet 96-Aus von Hansen vor Gericht?

© IMAGO / foto2press

Martin Hansen spielt in den Planungen von Hannover 96 keine Rolle mehr. Deshalb soll der Torhüter wohl auch nicht mehr am Training der Niedersachsen teilnehmen. Nach eigener Aussage wurde der dänische Schlussmann in die U23-Mannschaft versetzt – und das sei ein Umgang, gegen den sich Hansen jetzt wehren wolle. Im Zweifelsfall mit rechtlicher Unterstützung.

"Leider gibt es in Hannover den Trend"

Ex-Nationalkeeper Ron-Robert Zieler wurde kürzlich von 96-Cheftrainer Stefan Leitl zum Kapitän ernannt, dahinter duellieren sich Leo Weinkauf und Toni Stahl um die Rolle des Ersatzmannes. Für Martin Hansen ist kein Platz, zum zweiten Mal in seiner Karriere wurde er von demselben Übungsleiter aussortiert. Bereits in Ingolstadt machte Hansen die Erfahrung mit Leitl, sodass der erneute Entschluss nicht überraschend kam. "Und mir wurde das auch zwei Wochen vor Ablauf der letzten Saison gesagt", gab der 32-Jährige nun im Interview mit dem dänischen Magazin "Tipsbladet" an, wie auch "tm.de" berichtet.

Grundsätzlich könne Hansen solche Entscheidungen verstehen, sodass auch das vorzeitige Aus in Hannover für ihn "in Ordnung" sei. Verärgert ist der Schlussmann jedoch über die Art und Weise. "Nachdem wir lange Zeit neutral waren, sind wir an einen Punkt angelangt, an dem ich auf die Situation reagieren muss, in die mich der Verein gebracht hat", kündigt der 32-Jährige an. "Es ist nicht in Ordnung, dass man einen Spieler so behandelt, wie sie es jetzt mit mir tun." Demzufolge soll Hansen in die U23-Mannschaft der Niedersachsen versetzt werden, kann nicht mehr am Profi-Training teilnehmen. Nach dem Sommerurlaub war die Rückennummer weg, auf dem Mannschaftsfoto ist Hansen abwesend. Gegen diesen Umgang will Hansen vorgehen – und nahm sich einen Anwalt.

"Leider gibt es in Hannover den Trend, dass es bei sehr vielen ehemaligen Mitarbeitern zu Klagen kommt", hält Hansen fest. Angesichts der bisherigen Erfahrungen war sich der Torhüter sogar sicher: "Ich bin nur einer in der Reihe, und ich bin sicherlich nicht der Letzte." Damit spielt der Däne beispielsweise auf die Ex-Sportdirektoren Gerhard Zuber und Jan Schlaudraff, sowie Vorjahres-Coach Jan Zimmermann an.

Ärger über Tatsachen und fehlende Unterstützung

Dabei ärgert sich Hansen nicht einmal speziell über Hannover, sondern über die allgemeine Tatsache: "Heftig, dass man es sich erlauben kann, Leute in die Akademie zu werfen, weil es eine Klausel im Vertrag gibt, die besagt, dass sie das tun können aus sportlichen Gründen, sofern sie dort einen Trainer mit A-Lizenz stellen. In der Bundesliga gibt es eine solche Klausel nicht, aber in der 2. Bundesliga ist es legal. Und ich finde es nicht in Ordnung, Menschen so zu behandeln."

Dass seine Degradierung allerdings auf sportliche Gründe zurückzuführen sei, glaubte Hansen nicht. In 13 Spielen der letzten Saison hielt der Däne seinen Kasten vier Mal sauber – in zwei Partien in der 2. Bundesliga und in zwei Spiele im DFB-Pokal blieb der Däne ohne Gegentor. In den übrigen Matches folgten 18 Gegentore. Unterstützung aus der Mannschaft vermisst Hansen jedoch: "Ich finde es schade, dass wir als Teamkollegen in so einer Situation nicht mehr zusammenstehen und gegen etwas so krass Unfaires kämpfen. Ich habe zumindest einige Kämpfe für meine Teamkollegen übernommen."

Hansen stellt sich die Frage, was nun bei einem langfristigen Vier-Jahres-Vertrag wäre: "Dann könnte ich sehen, wie mein bestes Fußballeralter vier Jahre lang in einer Akademie verschwendet wurde. Ob das so richtig ist, muss ich prüfen. Der Klub sagt, dass er sich mit der Rechtsabteilung beraten hat und dass alles nach Vorschrift läuft." Ein Wechsel käme für den 32-Jährigen zurzeit aus familiären Gründen nicht infrage.