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St. Pauli feiert erlösenden "Sieg des Willens"

Der FC St. Pauli feierte am Montag Abend einen hart erkämpften 2:1-Heimsieg im Norddberby gegen Holstein Kiel. Vor allem in der zweiten Hälfte der Begegnung entwickelte sich eine hitzige, emotionale und spannende Partie auf Augenhöhe, in der die Hamburger am Ende das entscheidende Quäntchen Glück auf ihrer Seite hatten.

Leerlauf vor der Pause, Spektakel in Durchgang zwei

In den ersten 45 Minuten blieb die Partie durchweg auf Augenhöhe mit den besseren Chancen für die Gäste aus Kiel. Insgesamt konnte aber keine Mannschaft so nah an eine Führung drängen, dass diese auch verdient gewesen wäre. Das änderte sich nach dem Seitenwechsel, als beide Teams mit offenem Visier nach vorne agierten. Atanga hätte die KSV nach 48 Minuten in Führung bringen können, doch das besorgte Debütant James Lawrence nur eine Minute später im Anschluss an einen Freistoß und Torwartfehler von Reimann. Kiel antwortete wütend mit Großchancen durch Lee und Serra, die aber vom bärenstarken Himmelmann oder dem Pfosten vereitelt wurden. Mitten in die Drangphase legte Außenstürmer Christian Conteh per Konter das 2:0 nach. Auch in der Folge blieb Kiel spielerisch etwas besser und gefährlicher, verbuchte reichlich Chancen, kam aber nur noch zum 1:2 Anschluss durch Baku – trotz kurzzeitiger Überzahl nach der gelb-roten Karte gegen Penny. Mit viel Leidenschaft und einem bärenstarken Keeper brachten Pauli den hauchdünnen Sieg über die Zeit. Sportvorstand Andreas Bornemann war direkt nach dem Spiel noch etwas mitgenommen, aber auf der Homepage des Vereins glücklich über den 1. Saisonsieg: „Das war heute ein Sieg des Willens – hinten raus auf jeden Fall. Es war eine spannende Partie, die in beide Richtungen hätte ausgehen können. Auch nach dem 2:0 blieb Kiel stets gefährlich und hat sich nicht aufgegeben. Wir haben alles aus uns herausgeholt und wollten den Sieg unbedingt."

Lawrence und Conteh machen Hoffnung

Dabei machten vor allem die beiden "Neuzugänge" James Lawrence und Christian Conteh Hoffnung. Lawrence kam erst vor wenigen Tagen vom RSC Anderlecht an den Kiez, Conteh spielt seit dieser Saison für die 1. Mannschaft, kam aber aus der Regionalliga-Elf. Bereits in Bielefeld sorgte der seit heute 20-Jährige Conteh für einen Punkt und agierte erfrischend unbekümmert. Auch Lawrence braucht offenbar keine Eingewöhnungszeit und traf sofort zur Paulianer Führung. Routinier Marvin Knoll schwärmte auch deshalb im Anschluss von beiden Spielern: „In der zweiten Halbzeit haben wir nochmal das System auf ein 4-1-4-1 geändert, um die Schnelligkeit von Christian Conteh auszuspielen. Christian hat unfassbare Geschwindigkeiten und wenn er sie so einsetzt, dann kriegst du ihn nicht mehr. Wir haben heute sehr variabel gespielt. In der Breite machen Penney und Lawrence uns stärker. Es war ein super Einstand, das freut mich für die beiden." Sein Kollege Daniel Buballa fügte an: „James bringt uns enorme Sicherheit in der Kette, war brutal konstant." Insgesamt sorgt der Erfolg für große Erleichterung bei den Hamburgern. Der 1. Saisonsieg bringt die Paulianer auf den gleichen Punktestand wie einige Konkurrenten. Nicht wenige hatten nach den harten Wort von Trainer Luhukay vor dem 1. Spiel und der schwachen Punkteausbeute aus den ersten drei Partien böses vor dem Norddberby geahnt. Diese Woche können die Spieler vom Millerntor etwas ruhiger arbeiten.