St. Pauli gegen Nürnberg: Duell der Tiefflieger

Der Höhenflug des FC St. Pauli dauerte nur einen Spieltag lang an. Auf den 4:0-Erfolg gegen Fortuna Düsseldorf folgte eine herbe 0:3-Schlappe in Karlsruhe. Am Freitag empfangen die Hamburger nun den 1. FC Nürnberg am Millerntor. Trainer Ewald Lienen ist sich sicher, welches Gesicht er dann von seinen Schützlingen zu sehen bekommt. In Nürnberg sorgt derweil ein kurioser Reiseplan für Gesprächsstoff.

Aufarbeitung des Karlsruhe-Spiels

Lediglich vier Tage lagen für St. Pauli zwischen Himmel und Hölle. Einen Grund für die Niederlage in Karlsruhe sieht Lienen in der kurzen Vorbereitungszeit: „Das Düsseldorf-Spiel war eine riesige Befreiung, aber auch eine riesige Anstrengung. Die Jungs hatten keine Zeit das Spiel zu verarbeiten und wir hatten keine Zeit zu trainieren, um dort auch zu sehen, ob der eine oder andere frisch genug ist, um drei Tage später erneut zu spielen.” Obwohl der Coach also Verständnis für die Niederlage in Karlsruhe aufbrachte, war es das erste Spiel unter seiner Regie, das mit mehr als einem Tor Unterschied verloren ging. “(…), damit haben wir von den vier Toren am Montag wieder drei weggegeben. Wenn man 0:1 verliert ist es ok, aber drei Tore sind zu viel. Vor allen Dingen, wenn man sieht, dass alle Tore zu verteidigen waren“, gibt sich der 61-Jährige selbstkritisch.

Das Wechselbad der Gefühle symptomatisch für die bisherige Saison. Auf zwei Siege in Folge warten die Fans der Braun-Weißen weiter vergeblich. Sechs Niederlagen, sieben Unentschieden und 15 Niederlagen stehen St. Pauli derzeit zu Buche. Mit derselben Bilanz folgte im Jahr 2003 später der Abstieg in die Regionalliga.  Dennoch belegen die Hamburger nach wie vor Relegationsrang 16. Dabei profitierten die Kiezkicker vor allem von den Ergebnissen der Konkurrenz aus Aalen und Aue, die es versäumten, St. Pauli mit einem Sieg zu überholen. Aalen spielte Remis in Berlin, Aue verlor zuhause gegen Sandhausen. 1860 München, aktuell Tabellenfünfzehnter, unterlag derweil Braunschweig. Somit liegen weiterhin lediglich zwei Punkte zwischen Platz 15 und 18.

Hausgemachte Querelen beim “Club“

Der kommende Gegner aus Nürnberg spielt bislang ebenfalls eine enttäuschende Saison. Trotz eines vergleichsweise hohen Etats gelang dem “Club” der Kaderumbruch nach dem Bundesliga-Abstieg nur bedingt. Für die eigenen Ansprüche ist Platz zwölf zu wenig. Die aktuelle Saison ist so gut wie abgehakt. Vor dem Spiel am Millerntor gab es jetzt Querelen um die Abreise aus Franken. “Die Zeit“ meldete zuletzt, dass die Spieler per Flieger in Hamburg eintreffen werden, obwohl der Club ursprünglich geplant hatte, die Reise mit dem Bus zurückzulegen. Die Flugtickets hatten sich die Spieler in Eigenregie besorgt. FCN-Sportdirektor Martin Bader zur „Bild“: "Das ist Bequemlichkeit. Aber wenn sie das Geld übrig haben - bitte“. Eventuell denken die Spieler an das Hinspiel gegen St. Pauli zurück und wollen sich deshalb so gut wie möglich schonen. Beim 2:2 hatte Jakub Sylvestr erst in der 87. Minute den Ausgleich für die Franken erzielt. Für den FC St. Pauli steht am Freitag zweifellos mehr auf dem Spiel. Der Druck auf die Mannschaft wächst. Trotz der Anspannung bleibt Lienen optimistisch: „Die Mannschaft hat es ja in den letzten Wochen bewiesen, dass sie Rückschläge immer wieder wegsteckt. Wir haben eine normale Trainingswoche, in der wir uns auf den nächsten Gegner vorbereiten können und wir werden das auch dieses Mal hinkriegen.“

 

 

 

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