St. Pauli geht "mit gutem Gefühl in die Pause"

3:0 stand am Samstagnachmittag auf der Anzeigetafel. Der FC St. Pauli konnte sich im Heimspiel gegen den Tabellenführer klar durchsetzen. Nach einer eher mäßigen Hinrunde blicken die Kiezkicker nach den letzten Spielen nun doch überaus positiv der Rückrunde entgegen.

Ein Auftritt nach Maß

Das Spielgeschehen hätte sich wohl keiner bei den Hanseaten getraut zu erträumen. Nach nicht einmal drei Zeigerumdrehungen stand Strafraumstürmer Veerman goldrichtig und köpfte die Gäste in Führung (3.). Noch vor der Pause konnte erneut Veerman eine perfekte Vorlage von Gyökeres zum zweiten Tor verwerten (25.), ehe der Vorlagengeber nach der Pause zum Endstand selber traf (54.). Doppelpacker Henk Veerman, der bisher - auch aufgrund schwerwiegender Verletzungen - wahrlich keinen leichten Stand hatte, konnte seinen Torkontostand gleich verdoppeln. "Gestern habe ich der Mannschaft schon gesagt, dass ich ein gutes Gefühl für heute habe", bewies der holländische Hüne seinen guten Riecher.

Das Spiel wurde dabei von allen Beteiligten als Erlösung wahrgenommen. Sportchef Andreas Bornemann war nach dem Spiel erleichtert, dass die Mannschaft "Überzeugung und die Entschlossenheit" gezeigt habe, was ihr in den letzten Wochen teilweise abgesprochen wurde. Flügelspieler Ryo Miyaichi sprach nach dem Spiel davon, dass das Spiel das beste der Saison gewesen sei und Leo Ostigard "hätte gerne weitergespielt". Auch Mittelfeldmotor Waldemar Sobota sagte nach dem Spiel erfreut, dass ihm die Partie großen Spaß bereitet habe und er Respekt vor der gesamten Leistung zolle.

Gutes Omen für die Rückrunde?

Trotz der überzeugenden und leidenschaftlichen Leistung musste nach dem Spiel von Sobota ebenfalls festgehalten werden, dass der Sieg bitter nötig gewesen sei, da die drei Punkte gebraucht werden. Auch mit diesen Punkten rangiert der FC St. Pauli lediglich auf dem 11. Tabellenplatz und der Abstand auf den Relegationsplatz beträgt nur zwei Punkte. Umso wichtiger erscheint der Sieg gegen den Spitzenreiter aus Bielefeld und der Sieg letzte Woche gegen Wehen Wiesbaden, bei denen beide Male drei Tore erzielt werden konnten. "Mit den beiden Siegen im Rücken können wir uns mit einem guten Gefühl in die Pause verabschieden", fasste es Gyökeres anschließend zusammen.

Das Gefühl scheint bei den Kiezkickern nun durchweg positiv zu sein. Voraussetzung dafür ist es, an den zuletzt gezeigten Leistungen anzuknüpfen, weiß auch Miyaichi und wolle im neuen Jahr an dieser Stelle weitermachen, nachdem er sich in den letzten Spiel nicht mehr so wohlgefühlt habe. "In der Winterpause schnaufen wir erst einmal durch, im Januar wird dann wieder voll angegriffen", gibt Kapitän Daniel Buballa die Marschroute vor. Wenn St. Pauli dann tatsächlich dort anknüpfen kann, wo sie aufgehört haben, steht weiterem Optimismus nicht allzu viel im Wege.

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