St. Pauli: Hürzeler im Vertragspoker vor Gipfel ungeduldig
So wortreich Fabian Hürzeler über Fußball und seine Vorstellungen davon fabulieren kann, so sehr sprach der Coach von Spitzenreiter FC St. Pauli vor dem Gipfel am Freitag bei Holstein Kiel über den anhaltenden Poker um seine Vertragsverlängerung Tacheles.
"Ich wünsche mir Klarheit“
"Ich habe in den vergangenen Wochen alles gesagt und bleibe dabei, dass gewisse Dinge intern bleiben. Die Parteien haben sich ausgetauscht“, beschrieb Hürzeler auf der Spieltagspressekonferenz den momentanen Stand der wochenlangen Hängepartie und fügte mit unerwartet deutlicher Ungeduld hinzu: "Ich wünsche mir Klarheit.“
Klarheit für das womöglich wegweisende Topspiel an der Förde hingegen verschaffte auch Hürzeler lediglich hinsichtlich seiner Erwartungen an sein Team: "Mir ist wichtig, dass wir uns auf das konzentrieren, was wir auf dem Platz beeinflussen können. Damit meine ich, gut Fußball zu spielen und gut zu verteidigen. Mir ist wichtig, dass wir unseren Stil durchbringen, weiter mutig Fußball spielen und es mit Blick auf die vergangenen Spiele schaffen, gewisse Dinge noch zu verbessern. In taktischer Hinsicht müssen wir noch viel klarer Fußball spielen. In Kiel müssen wir eine gewisse Intensität an den Tag legen, und die fängt bei den persönlichen Duellen an.“
Die Bedeutung des mit Spannung erwarteten Duells relativierte der bald 31 Jahre alte Fußballlehrer. "Es ist kein normales Spiel, und doch gibt es auch wieder nur drei Punkte“, stellte Hürzeler klar.
5:1-Hinspielerfolg kein Maßstab
Zumal die Konstellation klar ist: Ein Sieg bei den "Störchen“ würde im Rennen um die beiden direkten Aufstiegsränge schon sechs Punkte Vorsprung bedeuten, und der erste Nichtaufstiegsplatz würde weiterhin sogar mindestens acht Zähler entfernt bleiben. Selbst bei einer Niederlage in Kiel würde der Kiez-Klub voraussichtlich aufgrund der Tordifferenz weiter von Platz eins grüßen können.
Das hätten die Hamburger auch ihrem 5:1-Erfolg im Hinspiel zu verdanken. Doch für Hürzeler taugt das erste Aufeinandertreffen mit dem KSV Holstein kaum als Maßstab: "Man muss ehrlich sein. Wir waren sehr effektiv, fast jeder Schuss war drin. Davon dürfen wir uns jetzt nicht blenden lassen.“