St. Pauli nutzt Länderspielpause für Testspiele

Während die deutsche Nationelf versucht, sich für die kommende EM in Frankreich zu qualifizieren, nutzte der FC St. Pauli die Zeit zum Testen. Bereits am Dienstagabend trafen die Hamburger auf den Regionallisten Lüneburger SK. Am Samstag folgte ein Aufeinandertreffen mit Trainer Ewald Lienens Ex-Klub Borussia Mönchengladbach.  Dabei sammelten u.a. die wiedergenesenen Waldemar Sobotta, Sebastian Schachten, Michael Görlitz und Christopher Buchtmann wichtige Spielpraxis vor dem Duell am Ostermontag gegen Fortuna Düsseldorf.

Schachten und Sobotta gegen Lüneburg zurück im Team

Beim 2:1-Sieg gegen Lüneburg trat vor allem Sobotta positiv in Erscheinung.  Die Brüsseler Leihgabe war nach seiner Oberschenkelverletzung ein Aktivposten im Team, steuerte eine Torvorbereitung bei und macht sich nun berechtigte Hoffnungen auf einen Einsatz gegen Düsseldorf. Ebenfalls mit von der Partie war Außenverteidiger Schachten, der zuletzt an einem Muskelfaserriss laborierte. U23-Innenverteidiger Laurens Rogowski feierte seine Premiere im Einsatz für die erste Mannschaft und auch Keeper Philipp Tschauner stand im Startaufgebot.

Trotz der vielen Wechsel im Spiel zeigte sich Lienen anschließend mit der taktischen Marschrute zufrieden: "Wir wollten den Schwerpunkt auf das Flügelspiel legen und das haben wir, besonders in der ersten Halbzeit, sehr ordentlich umgesetzt." Die Tore für St. Pauli erzielten Ante Budimir (32.), nach Freistoß von Sobotta, und später Christopher Nöthe. (82.). Lüneburg hatte in der 40. Minute zwischenzeitlich ausgeglichen.

Härtetest gegen Gladbach

Das zweite Testspiel bestritten die Braun-Weißen gegen den Bundesliga-Dritten auf dem Fohlenplatz. Statt Regeneration setzte Lienen auf Kontinuität: "Wir wollen im Rhythmus bleiben, bevor wir am Ostermontag auf Fortuna Düsseldorf treffen. Es ist ein guter Test gegen die Borussia. Wir wollen ein paar Sachen ausprobieren, zudem können einige Spieler weiter oder wieder Spielpraxis sammeln." Während Sobotta und Schachten erneut im Einsatz waren, stießen dieses mal auch Görlitz und Buchtmann hinzu. Auf der anderen Seite gab Gladbach-Coach Lucien Favre einigen seiner Reservisten die Chance, sich ebenfalls für die Startelf zu empfehlen.

Lienen hinter die Bande verbannt

Wie zuletzt im Ligabetrieb ließ St. Pauli auch gegen die Borussia hinten nicht viel zu. In der Offensive blieben sie jedoch ebenso harmlos.  In einem insgesamt ausgeglichenen Spiel verbuchte Kyoungrok Choi in der 22. Minute die beste Chance für Braun-Weiß. Sein Schlenzer von der Strafraumgrenze prallte jedoch von der Latte ab. 90 Minuten lang warteten die knapp 1.300 Zuschauer vergeblich auf einen Treffer.

Für den größten Aufreger der Partie sorgte der Coach von St. Pauli. Kurz vor der Halbzeit beschwerte sich der Lienen lautstark beim Schiedsrichter über das abermalig, ruppige Einsteigen des Gegners. Erst hatte der 61-Jährige Marc Rzatkowski verletzungsbedingt auswechseln müssen. Wenig später wurde Daniel Buballa unsanft zu Fall gebracht. Der Schiedsrichter verbannte den Übungsleiter daraufhin für den Rest des Spiels hinter die Bande.

Abstiegsendspurt vor vollen Rängen

Nach dem Gladbach-Spiel hat die Mannschaft nun zwei Tage frei, um sich auszukurieren. Die Kiezkicker bangen jedoch um Rzatkowski, dessen Einsatz gegen Düsseldorf fraglich ist. Es gibt jedoch auch gute Nachrichten am Millerntor zu vermelden: Am Freitagabend erhielt der Verein den Sepp-Herberger-Preis für seine Arbeit im Behindertenfußball bei den „Rabauken“. Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert. Des Weiteren vermeldete der Klub am Wochenende, dass sämtliche Karten für die letzten drei Heimspiele der Saison (gegen Nürnberg, Leipzig und Bochum) mittlerweile vergriffen sind.

Die Unterstützung der Fans ist angesichts des straffen Restprogramms der Lienen-Elf auch nötig. Zwar verlor die Mannschaft seit Lienens Amtsantritt nie mit mehr als einem Treffer Unterschied. Für die vollen drei Punkte reichte es jedoch zu selten, um sich Luft im Abstiegskampf zu verschaffen. Die vielen Rückkehrer müssen vor allem das Offensivspiel beleben, um den drohenden Abstieg noch abzuwenden. Bis alle zu voller Fitness zurückkehren, braucht es jedoch noch einige Zeit, die St. Pauli eigentlich nicht hat. Nach der Partie gegen Düsseldorf folgt ein schweres Auswärtsspiel beim KSC, bevor am darauffolgenden Spieltag der Bundesliga-Absteiger Nürnberg ans Millerntor reist.

 

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