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St. Pauli plant Genossenschaft zur künftigen Finanzierung

Der FC St. Pauli bleibt sich auch in der Frage nach künftigen Geldquellen als der etwas andere Verein im deutschen Profi-Fußball treu. Die Hanseaten wollen ihre finanziellen Nachteile gegenüber der Konkurrenz durch Umwandlung ihrer Millerntorstadion-Betriebsgesellschaft in eine Genossenschaft ausgleichen. Interessenten sollen durch den Kauf von Anteilen zur Finanzierung des Klubs und seiner Bedürfnisse im Milliarden-Geschäft Profi-Fußball beitragen.

Planungsphase läuft

"So ein Modell trifft den Zeitgeist", meinte St. Paulis Geschäftsleiter Andreas Rettig in der "Bild"-Zeitung zu dem Projekt. Vorerst ist mit einer Umsetzung jedoch nicht zu rechnen. Rettig: „Wir sind noch in der Planungsphase.“

Nach den bereits erfolgten Beratungen durch andere Genossenschaften aus dem Lebensmittelhandel und Bankensektor müssen die Hamburger nun vor allem auch den Wert der Betriebsgesellschaft ermitteln lassen. Erst danach können erste Schätzungen zu etwaigen Erlösen aus einem Verkauf von Anteilen, die für Anleger im Idealfall jährlich die Ausschüttung einer Rendite versprechen, vorgenommen werden.

St. Pauli könnte dadurch tatsächlich einen Wettbewerbsnachteil gegenüber den Konkurrenten wettmachen.  Der Verkauf des Stadionnamens für einen Preis in Millionenhöhe kommt für den Kiez-Klub aufgrund eines Mitgliederbeschlusses nicht in Betracht, und siebenstellige Summen durch den Verkauf von Vermarktungsrechten sind ab dem neuen Jahr auch nicht mehr zu erwarten. Aufgrund des zu erwartenden Ansturms auf die Genossenschafts-Anteile durch Mitglieder und Fans bliebe der Verein anders als andere Klubs bei der Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft weitgehend unter seiner eigenen Kontrolle und geriete nicht unter den Einfluss von Investoren.