SVD verspürt nach Aufholjagd "pure Erleichterung" und "pure Freude"

Nicht nur gewann der SV Darmstadt am Freitagabend ein ganz wichtiges Spiel gegen den 1. FC Heidenheim im Rennen um den Aufstieg, sondern drehte in der Schlussphase binnen sechs Minuten auch ein 0:2 in ein 3:2. Entsprechend ausgelassen erschienen die Akteure nach der wahnsinnigen Aufholjagd.

Einwechslungen als Faktor

Nach zwischenzeitlich drei Spielen ohne Sieg und einer deftigen 0:5-Packung gegen den HSV waren die Träumereien bei den Lilien nahezu hinfällig. Auch der knappe 1:0-Erfolg bei Aufsteiger Dresden in der vergangenen Woche half da nicht viel. Was es brauchte, war ein Paukenschlag-Erfolg – und dieser sollte gegen Heidenheim gelingen. "Wir haben versucht, gegen ein sehr robustes und laufstarkes Team Lösungen zu finden. Und wir hätten bereits in der ersten Hälfte Tore schießen können", empfand SVD-Coach Lieberknecht nach der Partie. Trotz einer "unglaublichen Energie", die der 48-Jährige bescheinigte, standen die Darmstädter kurz nach der Pause mit dem Rücken zur Wand. Nachdem Kühlwetter die Gäste aus Heidenheim in der Anfangsphase mit dem ersten Torschuss in Führung brachte (17.), setzte Leipert in der 61. Minute noch einen drauf, sodass 30 Minuten vor dem Ende ein 0:2 aus SVD-Sicht stand.

Doch dies sollte dem FCH nicht reichen. Lieberknecht ging so weit, dass "selbst nach 0:3 mit Hilfe der Zuschauer noch alles möglich gewesen" wäre. Tatsächlich drehten die Lilien die Partie innerhalb von unter 350 Sekunden zwischen der 77. und 83. Minute. Was gab da den Ausschlag? "Unsere Einwechslungen waren dann ein brutal wichtiges Zeichen", bilanzierte Lieberknecht und hob vor allem den Anschlusstorschützen Seydel sowie Vorlagengeber Marvin Mehlem hervor, die gezeigt hätten, "dass sie parat sind und dem Spiel die Wende gegeben". Diese Wende wurde schlussendlich mit drei Punkten und dem Sprung an die Tabellenspitze belohnt, da auch die Mitkonkurrenten um den Aufstieg immer wieder Federn gelassen haben in den vergangenen Wochen.

Fans als Faktor

Doch nicht nur die frischen Kräfte waren ausschlaggebend für den unvergesslichen Fußballabend am Böllenfalltor. "Ein ganz großes Kompliment an die Fans" sprach 2:s-Schütze Tietz nach dem Spiel aus. "Wir liegen 0:2 hinten und trotzdem pushen sie uns so nach vorne", lobte er. "Einfach Wahnsinn" sei der Support gewesen, befand der 24-Jährige, der nach dem Spiel von ebendiesen Fans vor der Tribüne mit Sprechchören gefeiert wurde. Und auch Siegtorschütze Skarke, der erst sein zweites Saisontor erzielte, schwärmte im Anschluss. "Nach dem 0:2 mit unseren Fans im Rücken noch einmal so zurückzukommen, das ist ein besonderes Erlebnis", empfand der Mittelfeldspieler. Entsprechend war auch sein Fazit schlicht und passend: "Wow."

Etwas weiter ging das Phillip Tietz: "Es ist die pure Erleichterung, die pure Freude." Das Spiel und die gesamte Saison habe vermittelt, "dass alles möglich ist", sodass der Erfolg den weiteren Weg ebnen könnte. Trainer Lieberknecht wollte diese Euphorie jedoch noch etwas bremsen. Zwar sei das 3:2 ein "ganz wichtiger Sieg", doch "wir verfallen aber nicht in Träumereien, sondern werden weiter unsere Bodenständigkeit beibehalten", forderte der Chefcoach ein. Eine Ausnahme machte er jedoch: "Die Fans dagegen dürfen träumen." Bereits am kommenden Freitag könnten diese Träume im Spiel gegen den SV Sandhausen weiter befeuert werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Auch interessant

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"