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SVS vertraut Interimsduo: "Jetzt hat sich die Stimmung gedreht"

© IMAGO / Heiko Becker

Die Trainersuche beim SV Sandhausen ist beendet, denn an die Seitenlinie des Abstiegskandidaten wird kein neuer Übungsleiter kommen. Präsident Jürgen Machmeier vertraut dem Interims-Duo, bestehend aus Ex-Profi Stefan Kulovits und Nachwuchstrainer Gerhard Kleppinger. Gemeinsam coachen sie seit zwei Wochen den SVS.

"Führen viele Einzelgespräche"

Beim 3:0-Sieg im Kellerduell mit dem VfL Osnabrück jubelte Gerhard Kleppinger an der Seitenlinie des SV Sandhausen. Eigentlich steht dort Ex-Profi Stefan Kulovits als Gesicht des Trainerteams, doch der Österreicher fehlte aufgrund von zwei positiven Corona-Testungen. Gemeinsam mit Kleppinger wird Kulovits aber bis zum Saisonende für die Geschicke der Hardtwälder zuständig bleiben. "In der Kabine ist wieder eine gewisse Hygiene eingekehrt", sagte SVS-Präsident Jürgen Machmeier im "Kicker" und bezog sich dabei nicht auf das Coronavirus. Viel mehr ginge es um die Verhaltensweise miteinander innerhalb des Teams: "Jetzt hat sich die Stimmung gedreht."

Zuvor war oftmals Neid und Missgunst als Auslöser für den schlechten Saisonverlauf spekuliert worden, vermutet wurde innerhalb des Teams eine unverhältnismäßige Gehaltstruktur. Beim Sieg am vergangenen Sonntag zeigte die Mannschaft auf dem Platz, dass sie sich sehr wohl füreinander einsetzen könne: "Jeder hat für jeden gekämpft. Das war Abstiegskampf pur." Ausschlaggebend sei die Trainerleistung von Kulovits und Kleppinger, die nun das Vertrauen des Präsidenten bekommen. Damit war beispielsweise auch Alexander Esswein zufrieden: "Sie führen viele Einzelgespräche, haben einen neuen Spirit reingebracht. Wir sind froh, dass wir sie haben."

Neuer Trainer bräuchte Zeit

Ein weiterer Grund für das bestehende Vertrauen ist die Ausgangssituation für einen neuen Coach. "Er würde drei bis vier Wochen brauchen, um alle kennenzulernen", wollte Machmeier kein Risiko eingehen, dass beim SVS das Gefühl einer Zeitverschwendung aufkäme. Bis zum Saisonschluss sind nur noch elf Spiele zu spielen. Zumal das aktuelle Duo "die Köpfer der Spieler erreicht". Deswegen versicherte Machmeier: "Wir haben mit keinem Trainer gesprochen." Kulovits und Kleppinger folgen damit offiziell auf Michael Schiele, der das Amt zuvor von Uwe Koschinat übernommen hatte. Bei einem Sieg und einer Niederlage scheint der SVS nun die richtige Richtung eingeschlagen zu haben.