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"Tut mir leid für die Fans": Holstein Kiel geht in Paderborn unter

© IMAGO / Eibner

Holstein Kiel bekommt in fremden Stadien die Defensive einfach nicht in den Griff. Am Samstag in Paderborn nahm sich die Abwehr der Störche eine kollektive Auszeit und ließ den SC Paderborn beim 2:7 nach Belieben schalten und walten.

Kiel hätte in Führung gehen können

"Wir haben einfach viel zu viele Zweikämpfe verloren und haben es den Paderbornern mit Fehlern im Spielaufbau zu einfach gemacht", analysierte Kiels Trainer Marcel Rapp nach der einseitigen Partie nüchtern: "An dem Tag hätten wir sie nur schlagen können, wenn wir eine größere Effektivität an den Tag gelegt hätten." Dabei dachte er an ein paar wenige Möglichkeiten in der ersten Hälfte. So hatte beispielsweise Fabian Reese direkt in der ersten Minute die Kieler Führung auf dem Fuß, verzog jedoch: "Diese Chancen haben wir nicht genutzt und von daher verdient verloren."

Doch auch die vergebenen Möglichkeiten konnten niemanden darüber hinwegtäuschen, dass die Kieler in der Defensive vollkommen überfordert schienen. In die gleiche Kerbe wie der Trainer  schlug Sportgeschäftsführer Uwe Stöver nach Schlusspfiff: "Es war ein gebrauchter Tag. Der Gegner war sehr effektiv. Gleichzeitig waren wir nicht griffig genug und haben Paderborn viel zu selten gestört." Das Team sei nicht so aufgetreten, "wie wir uns das vorgenommen haben".  In den kommenden Tagen werde die Mannschaft "das Spiel knallhart analysieren".

Chronische Defensivprobleme in fremden Stadien

Offenbar scheinen die Kieler ihre Defensivprobleme in fremden Stadien mit in die neue Saison genommen zu haben. Bereits in der abgelaufenen Spielzeit kassierten die Holsteiner 31 Tore in 17 Auswärtspartien. Nur die Absteiger FC Ingolstadt (36 Gegentore) und der FC Erzgebirge Aue (38)  waren in dieser Statistik schlechter. In dieser Saison sind es nun schon wieder 10 Gegentreffer nach nur drei Spielen.   Johannes van den Bergh suchte nach Schlusspfiff auch gar nicht erst nach Ausreden.

Die Gegentore seien "zu einfach gefallen". Es gelte nun, "die richtigen Schlüsse aus dem Spiel zu ziehen", so van den Bergh, der sich bei den mitgereisten Zuschauern für die Leistung entschuldigte: "Für die Fans tut es mir leid! Sie betreiben großen Aufwand, um uns auswärts zu unterstützen. Wir wollen im kommenden Spiel ein anderes Gesicht zeigen. Trotz des in weiten Phasen desolaten Auftretens dürften die Störche die Begegnung schnell abhaken. Schließlich agiert in der 2. Bundesliga aktuell kaum eine Mannschaft so effektiv und abgezockt wie der SC Paderborn. Im Heimspiel am kommenden Sonntag gegen den SV Sandhausen (13.30 Uhr) dürfte die Mannschaft auf Wiedergutmachung brennen. Van den Bergh verspricht eine Steigerung: "Wir müssen dieses Ergebnis jetzt als Mannschaft wegstecken und es kommende Woche besser machen."