Union: Gikiewicz auf den Spuren von Lehmann und Rost

Ein 1:1-Remis gegen den 1. FC Heidenheim vor heimischer Kulisse ist für den 1. FC Union Berlin - gemessen an den eigenen Ansprüchen - eigentlich zu wenig. Dennoch war nach dem Spiel in der "Alten Försterei" die Stimmung so ausgelassen wie lange nicht mehr. Der Grund: Der Ausgleich fiel erst in der Nachspielzeit durch Torhüter Rafal Gikiewicz.

"War früher Feldspieler"

Lange Zeit hatten sich die feldüberlegenen Berliner gegen den 1. FC Heidenheim extrem schwer getan, lagen nach dem Tor von Robert Glatzel sogar zurück und erspielten sich zu wenige zwingende Chancen: "Ich habe mir das ein bisschen anders vorgestellt", so Trainer Fischer gegenüber der "Berliner Zeitung". Die Nachspielzeit entschädigte die Fans dann aber für den offensiven überschaubaren Auftritt der Eisernen. Einen letzten hohen Standard aus dem Halbfeld legte Andersson am zweiten Pfosten noch einmal quer durch die Box. Ausgerechnet Keeper Gikiewitz setzte sich im Kopfballduell durch und nickte zum 1:1 ein. Er selbst konnte sein Glück im Anschluss kaum fassen: „Ich bin einfach nach vorne und wollte am zweiten Pfosten bleiben.“ Gegenüber Sky fügte er noch hinzu: "In meiner Jugend war ich mit meinem Bruder Feldspieler. Vielleicht hat das geholfen." Auch Kapitän Christopher Trimmel musste neidlos anerkenne: „Andersson hat ihn super quer gelegt, aber da musst du erst einmal stehen – Hut ab!“

Tabellarisch auf gutem Weg

Erst fünf Torhüter in diesem Jahrtausend war in der 1. und 2. Bundesliga aus dem Spiel erfolgreich, darunter Namen wie Frank Rost oder Marvin Hitz. Das wohl bekannteste Tor war der Derby-Ausgleich von Jens Lehmann zwischen Dortmund und Schalke 1997. Über die Leistung der Berliner täuschte das Ende der Partie letztlich aber ein wenig hinweg. Die Köpenicker tun sich im Moment enorm schwer gegen Mannschaften wie Sandhausen, Bielefeld, Duisburg oder Heidenheim zu gewinnen, da sie offensiv nur selten in Szene gesetzt werden können. Dennoch bleibt Union ungeschlagen und steht auf dem zweiten Rang der Tabelle. Kritik darf also nur auf höchstem Niveau geäußert werden, denn schließlich ist Fußball ein Ergebnissport. Auf der Gästeseite sorgte ein sichtlich bedienter FCH-Trainer Frank Schmidt noch für einen Lacher auf der Pressekonferenz. Angesprochen auf den Fakt, dass Gikiewitz schon zwei Minuten zuvor bei einem Freistoß mit nach vorne hatte gehen wollen, aber von Trainer Fischer zurückgehalten worden war, antwortete er: „Gut, dass Urs Fischer Gikiewicz verboten hat, gleich nach vorne zu laufen. Sonst hätten wir womöglich noch 1:2 verloren ..." Für die Unioner geht es nach der Länderspielpause nach Paderborn, wo es dann weniger dramatisch einen Auswärtssieg geben soll.

 

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