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Unmut der Club-Fans wächst: Wer stoppt den freien Fall in Nürnberg?

Auch in Bochum gab es für den 1. FC Nürnberg nichts zu holen: Am Montagabend unterlag der Bundesliga-Absteiger im Ruhrgebiet mit 1:3. Besonders erschreckend war die blutleere Vorstellung im ersten Durchgang – bereits zur Pause lag der Club mit 0:3 zurück. Die Verantwortlichen wirkten teils ratlos, auch die Kritik am Trainer wird immer lauter. 

Der Druck auf Canadi wächst

Keine Frage, die Ansprüche beim FCN sind andere: Dass der Club um den Aufstieg würde mitspielen können, durfte zwar schon vor der Saison bezweifelt werden, mit den Abstiegsplätzen jedoch sollten die Franken eigentlich nichts zu tun haben. Nach dem 1:3 in Bochum muss das Schreckensszenario als Realität bezeichnet werden: Nur noch zwei Punkte beträgt der Vorsprung auf den Abstiegs-Relegationsrang. Bei der Pleite – der VfL durfte seinen ersten Saison-Heimsieg feiern – lieferten die Nürnberger zu Teilen ein Armutszeugnis ab.

So ist der Frust der Anhängerschaft nachvollziehbar. Im Bochumer Stadionrund waren am Montagabend laut einem "Bild"-Bericht vereinzelte "Canadi raus"-Rufe zu vernehmen, auch die Mannschaft durfte sich nach Spielende einiges anhören. In sozialen Medien und FCN-Foren gestalten sich die Forderungen gewohnheitsmäßig noch drastischer, "Nordbayern.de" beschrieb ein düsteres Online-Stimmungsbild. Die Verantwortlichen selbst äußerten sich unmittelbar nach der Bochum-Pleite zurückhaltend. Cheftrainer Damir Canadi etwa gab gegenüber der "Nürnberger Zeitung" an: "Wir werden uns am Dienstag zusammensetzen und alles besprechen." Durchaus möglich, dass Canadi nach nur einem Sieg aus den letzten neuen Spielen gehen muss.

"Klar, dass die Fans nicht zufrieden sind"

FCN-Kapitän Hanno Behrens versuchte am "Sky"-Mikrofon gar nicht erst, die eigene Leistung zu beschönigen: "Es ist klar, dass die Fans nicht zufrieden sind. Man muss das Tor besser verteidigen. Das gelingt uns momentan einfach nicht." Offensichtlich ist also, dass sich beim Club etwas ändern muss. Rufe nach einer Trainerentlassung werden in derartigen Phasen schnell laut – fraglich jedoch, ob eine Freistellung Canadis überhaupt auf die Wurzel der Probleme abzielt. Selbstredend ist der Trainer für die Aufstellung und damit zu großen Teilen auch die Leistung seiner Mannschaft verantwortlich, die anhaltenden Konzentrationsmängel in der Abwehr müssen sich allerdings eher die Akteure auf dem Platz ankreiden lassen.

Weiterhin schränkt die Verletzungsmisere die Möglichkeiten des Übungsleiters enorm ein. Im Normalfall gäbe es nach einer Defensivleistung, wie sie der FCN in Bochum ablieferte, umgreifende personelle Veränderungen. Diesbezüglich sind dem Trainer allerdings die Hände gebunden: Mit Sorg, Margreitter und Valentini fehlen drei wichtige Bausteine im Abwehrverbund, zwischen die Pfosten rückte zuletzt gar Benedikt Willert – die etatmäßige Nummer fünf aus der eigenen U19. Sinnbildlich: Nach Abpfiff standen Kapitän Hanno Behrens und Sportchef Robert Palikuca minutenlang mit hängenden Köpfen im Regen und suchten offensichtlich nach Erklärungen für den Nürnberger Sinkflug.