Vier Gründe für die Erfolgsserie des SC Paderborn

Fünf Spiele, elf Punkte und nur zwei Gegentore: Der SC Paderborn blickt seit Mitte Oktober auf eine Erfolgsserie zurück und hat sich in der Tabelle von Rang 16 auf Platz 4 vorgeschoben. liga2-online.de nennt die Gründe dafür.

Grund 1: Abwehr stark verbessert

Mit fünf Gegentoren aus den ersten beiden Partien stellte der SC Paderborn zu diesem Zeitpunkt die schwächste Abwehr der Liga. Und auch abgesehen von den nackten Zahlen präsentierte sich die Hintermannschaft der Ostwestfalen, nachdem es schon in der vergangenen Bundesliga-Saison 74 Mal eingeschlagen hatte, alles andere als sicher. Doch seitdem Uwe Hünemeier am 3. Spieltag in die Startelf rückte, macht die Defensive einen wesentlich stabileren Eindruck. Lediglich zweimal musste Torhüter Leopold Zingerle seitdem hinter sich greifen - kein anderes Team kassierte in diesem Zeitraum weniger Gegentore.

Die verbesserte Abwehrleistung ist aber auch an Sebastian Schonlau festzumachen. Der SCP-Kapitän gewinnt durchschnittlich knapp 75 Prozent seiner Zweikämpfe und belegt im Liga-Vergleich damit Rang 2. Beim deutlichen 4:0-Erfolg in Darmstadt entschied Schonlau gar 83 Prozent der Zweikämpfe für sich und hatte darüber hinaus die meisten Ballkontakte aller Paderborner (90). Dass die Abwehr nun ein Erfolgsgarant beim SCP ist, überrascht derweil. Schließlich bestachen die Ostwestfalen in den letzten Jahren eher durch ihre Offensive.

Grund 2: Pressing

Doch auch die Offensive kam zuletzt immer besser in Fahrt. Nach drei Toren gegen Regensburg netzte der SCP in Darmstadt gar viermal ein - angesichts von 25 (!) Torschüssen hätten es noch mehr Treffer sein können. Der Grund für die überdurchschnittlich hohe Anzahl an Chancen war das starke Pressing. Gegen die Lilien liefen die Blau-Schwarzen vom Anpfiff weg früh an und spielten die Gastgeber phasenweise schwindelig.

Mit dem schnellen Umschaltspiel kam Darmstadt überhaupt nicht zu Recht, lief mehrmals in Konter und musste sich bei Torhüter Marcel Schuhen bedanken, dass es nach einer halben Stunden nur 0:3 stand. Minutenlang kamen die Lilien nicht aus der eigenen Hälfte, immer wieder schnürte Paderborn die Gastgeber ein. Mit dem wenig inspirierenden Auftritt am 1. Spieltag in Kiel (0:1) hatte die Leistung nichts mehr zu tun.

Grund 3: Neuzugänge trumpfen auf

Dass Mittelfeldspieler Sebastian Vasiliadis, mit einem Marktwert von 3,2 Millionen Euro immerhin wertvollster Paderborner, derzeit verletzt fehlt, macht sich nicht bemerkbar. Warum? Weil Ron Schallenberg mehr als nur ein gleichwertiger Ersatz ist. Das Eigengewächs, das in den letzten zwei Jahren auf Leihbasis bei Regionalist Verl spielte, überzeugt mit viel Laufarbeit (regelmäßig mehr als 12 Kilometer pro Spiel), starkem Stellungsspiel und einer überaus geringen Fehlerquote. In Darmstadt trumpfte der erst 22-Jährige zudem als Torschütze auf.

Auch Svante Ingelsson, der gegen Darmstadt ebenfalls über 12 Kilometer zurücklegte, ist mittlerweile aus der Startelf nicht mehr wegzudenken. Gleiches gilt für Chris Führich, der in sieben Spielen fünf Scorerpunkte sammelte, sowie für Julian Justvan. Mit dem 22-Jährigen hat der SCP wieder einen richtigen Zehner, vier Tore bereitete er in dieser Saison bereits vor.

Grund 4: Standard-Stärke

Seit dem Abgang von Freistoß-Spezialist Alban Meha vor über fünf Jahren waren die Standards des SC Paderborn bis auf einige Ausnahmen meist ungefährlich. Doch im Sommer scheinen die Ostwestfalen daran gearbeitet zu haben. Genau die Hälfte aller zwölf Saisontore fiel nach ruhenden Bällen, gegen Regensburg und Darmstadt waren es jeweils zwei. Zwar bekam Paderborn bereits drei Elfmeter zugesprochen (allesamt verwandelt von Dennis Srbeny), doch gerade bei Eckstößen und Freistößen sind die Ostwestfalen deutlich gefährlicher geworden.

Bestes Beispiel dafür waren die beiden Kopfball-Treffer von Uwe Hünemeier beim Spiel gegen Regensburg. Und auch in Darmstadt fiel das 1:0 nach einer Ecke - Schallenberg war zur Stelle. Knüpft der SCP an die erfolgreichen letzten Spiele an, steht nach sieben (!) sportlichen Auf- oder Abstiegen in Serie eine ruhige Saison an. Und genau das wünscht man sich an der Pader nach turbulenten Jahren.

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