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Wahnsinn am Bölle: Lilien im Wechselbad der Gefühle

Diese Schlussphase war an Dramatik kaum zu überbieten:  Serdar Dursun drehte zunächst eine schon verloren geglaubte Partie mit einem Doppelpack in den Schlussminuten, ehe der SSV Jahn Regensburg spät in der Nachspielzeit durch Andreas Albers nach einem Patzer von Schlussmann Marcel Schuhen doch noch zum 2:2-Ausgleich kam. Nichts wurde es also mit dem ersehnten Heimsieg am Bölle nach diesem Last-Minute-Irrsinn. Entsprechend enttäuscht zeigten sich die Lilien-Akteure nach Spielschluss.

"Ein Spielverlauf, der weh tut"

Innenverteidiger Immanuel Höhn fasste die Darmstädter Gefühlslage unmittelbar nach dem Auf und Ab der 90 Minuten wie folgt zusammen: "Wir haben eine starke Leistung abgeliefert, sowohl kämpferisch als auch fußballerisch. Momentan fühlt es sich eher wie eine Niederlage an, der Spielverlauf tut wahnsinnig weh." Auch sein Kapitän Fabian Holland schmerzte der Verlust zweier Punkte in der Nachspielzeit nach dem eigenen Comeback sehr und befand: "Im Moment tut es weh." Trainer Dimitrios Grammozis stand bei seiner Analyse unterdessen komplett zwischen den Stühlen: "Mir geht es beschissen. Es war alles dafür angerichtet, dass wir das Spiel drehen. So ein spätes Gegentor zu bekommen ist sehr bitter. Mit der Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, bin ich aber sehr zufrieden."

Die Leistung stimmte, das Ergebnis nicht

Einig waren sich die Protagonisten der 90 Minuten allerdings auch darüber, dass man auf der guten Leistung in der Partie gegen den schwer zu bespielenden SSV Jahn für die kommenden Wochen aufbauen kann. Grammozis betonte in der Pressekonferenz entsprechend: "Die Mannschaft war zielstrebiger als in den letzten Wochen, wir haben auch mehr im letzten Drittel des Gegners gespielt. In der zweiten Halbzeit kam dann noch dazu, dass wir mutiger gewesen sind, auch Mal aufs Tor zu schießen. Lob an die Jungs, wie sie sich präsentiert haben." Doppelpacker Serdar Dursun ergänzte: "Wir waren nah am Sieg, leider konnten wir uns und die Zuschauer nicht belohnen. Wir haben aber ein gutes Spiel gemacht, sind ein wenig geknickt vom Ergebnis, aber positiv aufgrund der Art und Weise."

Kein Vorwurf an Marcel Schuhen

Der Schnitzer von Keeper Marcel Schuhen beim Regensburger Ausgleich war offensichtlich, das Team unternahm bereits unmittelbar nach Spielschluss den Versuch seinen Keeper wieder aufzubauen. Grammozis dazu: "Marcel ist sicherlich am traurigsten von allen im Stadion heute, aber wir gewinnen und verlieren zusammen – oder spielen wie heute unentschieden. Wir werden ihn gemeinsam aufbauen und in den nächsten Wochen bin ich mir sicher, dass er uns wieder Punkte rettet."