Walter nach Remis: "Ein bis zwei Fehler zu viel"
Gegentor, Ausgleich, Elfmeter verschossen. Die letzten zehn Minuten boten beim Auswärtsspiel des HSV in Wiesbaden ausreichend Stoff für ein ganzes Spiel. Trotz der in den Schlussminuten gezeigten Moral war man in Hamburg mit dem 1:1 nicht wirklich zufrieden.
Heuer Fernandes macht "niemandem einen Vorwurf"
Nachdem die Gastspiele bei den beiden Aufsteigern SV Elversberg und VfL Osnabrück jeweils mit 1:2 verloren gingen, unkte Fußball-Deutschland schon, wie der HSV wohl beim dritten Aufsteiger in Wiesbaden abschneiden würde. Tim Walters Team zeigte aber von Beginn an eine konzentrierte Leistung, bespielte den Gegner gut, ließ nur vorne zu viel liegen. Besonders der von László Bénes verschossene Elfmeter in der achten Minute der Nachspielzeit lag den Rothosen schwer im Magen.
Torwart Daniel Heuer Fernandes ärgerte sich über die vergebenen drei Punkte, gab aber nach dem Spiel auch zu Protokoll, dass er keinem seiner Mitspieler einen Vorwurf mache: "Man hat gesehen, dass wir wollten. Der Wille, die Bereitschaft und die Chancen waren da. Es ist dann ärgerlich, wenn du in der letzten Minute das Spiel gewinnen kannst und diese Möglichkeit verpasst. Da mache ich aber niemandem einen Vorwurf." Sein Mitspieler Ludovit Reis stieß ins gleiche Horn und betonte noch einmal den internen Zusammenhalt: "Es ist schade und passiert, dass Laci (László Bénes, Anm. d. Red.) den Elfmeter am Ende nicht reinschießt. Er ist ein Top-Spieler, hat die letzten Spiele immer vom Punkt getroffen. Wir sind eine Mannschaft und machen alle gemeinsam weiter."
Walter hat "letzte Konsequenz gefehlt"
Torschütze Miro Muheim hob die Moral der Mannschaft nach dem späten Rückstand in der 81. Minute explizit hervor: "Ich finde es von der Mannschaft super, wie wir in den letzten zehn Minuten noch einmal Vollgas gegeben und den Willen gezeigt haben, das Spiel noch zu gewinnen. Es war dann am Ende sehr bitter, dass wir das Spiel nicht mehr gedreht kriegen." Sein Trainer Tim Walter sah die Angelegenheit etwas kritischer, ihm fehlte es an Konsequenz in der Offensive. Zudem monierte er zu viele Fehler im Spiel seiner Mannschaft, die dann dazu führten, dass es nur 1:1 ausging: "Wenn wir mehr Konsequenz haben, geht es letztendlich anders aus. Wenn wir genauer und präziser gewesen wären, hätte es uns mehr als nur das Unentschieden gebracht. Die Jungs wollten diesen Sieg unbedingt und haben alles investiert. Wir haben heute aber ein bis zwei Fehler zu viel gemacht," resümierte der 47-jährige Übungsleiter.
Die Chance zur Wiedergutmachung gibt es in zwei Wochen (nach der Länderspielpause). Dann ist das Kleeblatt aus Fürth zu Gast beim HSV. Den bisherigen vier Siegen in vier Heimspielen in dieser Saison soll dann Nummer fünf folgen.