• Facebook
  • Twitter

Walter: "Schlechteste Leistung, seit ich Trainer beim HSV bin"

IMAGO / Jan Huebner

Lange roch es am Samstag-Nachmittag in Bayreuth nach einer faustdicken Pokal-Überraschung. Bereits nach 16 Minuten war der 3. Liga-Aufsteiger gegen den Hamburger SV im mit 14.700 Zuschauern ausverkauften Hans-Walter-Wild-Stadion in Führung gegangen. Doch nach einer desolaten ersten Hälfte gelang es den Hamburgern im zweiten Durchgang das Spiel zu drehen. Mit der Leistung seiner Mannschaft war HSV-Coach Tim Walter dennoch alles andere als zufrieden.

83 Minuten in Rückstand

Es muss im Pokal für einen Favoriten sicherlich der worst case sein, wenn man in der Anfangsphase in Rückstand gerät und diesen gegen einen leidenschaftlich kämpfenden Gastgeber umbiegen muss. Zumindest gelang dies dem Walter-Team. Es dauerte zwar 83 Minuten bis zum Ausgleich und musste bis zum 3:1-Endstand in die Verlängerung, aber es gelang. Schließlich machten sich andere Favoriten wie Leverkusen oder Fürth am Samstag komplett nackig. Einverstanden mit dem Auftritt, speziell in der ersten Hälfte, waren jedoch weder Trainer noch Spieler. Während Walter hart man seinen Mann ins Gericht ging und von der "schlechtesten Leistung, seit ich Trainer beim HSV bin" sprach, bemängelte Mittelfeldmotor Jonas Meffert, dass das Spiel zu "fahrig und hektisch" gewesen sei. Für Torwart Heuer Fernandes, der selbst in einer Szene schlechtes Timing bewies und sein Tor unfreiwillig räumte, war das Auftreten "nicht erklärbar, obwohl wir genau wussten, was uns hier erwartet."

Glücklicherweise wehte nach der Halbzeitpause und den Einwechslungen von Königsdörffer und Heil fortan ein anderer Wind im HSV-Spiel, den auch Trainer Walter wohlwollend registrierte: "Das spricht für unsere Einwechselspieler und auch für den Charakter der Jungs und für unser starkes Teamgefüge." Dennoch dauerte es bis zur 83. Minute, als Neuzugang Ransford Königsdörffer mit seinem ersten Pflichtspieltor für seinen neuen Arbeitgeber gleich ein ganz wichtiges schoss. Der Matchwinner zeigte sich demütig: "Zumindest konnte ich mein Ziel, nach meiner Einwechslung richtig Schwung in unser Spiel zu bringen, in die Tat umsetzen."

"Im Pokal geht es darum, eine Runde weiterzukommen"

Trotz einer Hülle und Fülle von Chancen ging es zunächst einmal in die Verlängerung. In dieser spielte und lief der 2. Ligist die Bayreuther "müde", sodass angesichts von 37 Torschüssen unter dem Strich ein "verdienter" Sieg" (Königsdörffer) stand. Kapitän Sebastian Schonlau, gleichzeitig Torschütze des 2:1, ordnete den Auftritt, auch im Wissen des Scheiterns anderer Klubs, eher pragmatisch ein: "Im Pokal geht es darum, eine Runde weiterzukommen, und wir sind froh, dass wir das geschafft haben." Zufriedenheit sieht dennoch anders aus, speziell die 0:1-Heimpleite vom 2. Spieltag gegen Rostock dürfte noch nachwirken. Und so bekannte der Spielführer: "Wir müssen weiter daran arbeiten, unser Spiel wieder konsequenter durchzuziehen, dominanter zu sein und die Dinger zu gewinnen." Die nächste Chance dazu besteht im kommenden Heimspiel gegen Heidenheim in der Liga.