• Facebook
  • Twitter

Walter startet beim HSV: "Mutig und geschlossen wie eine Familie"

© IMAGO / Jan Huebner

Im vierten Zweitliga-Jahr wird Tim Walter als vierter HSV-Trainer an der Seitenlinie stehen. Neues Personal, alte Ziele? So einfach will es sich der Fußballlehrer nicht machen. Jetzt will Walter zunächst die Mannschaft kennenlernen, um die Probleme des HSV verstehen zu können – und ihn wieder zu einer Familie zu formen. Denn die Familie spricht über alles.

"Vorzüge haben klar überwogen"

Bevor Tim Walter die Aufgabe angehen kann, aus den Hamburgern wieder eine eingeschworene Truppe zu formen, musste der 45-Jährige erst einmal die eigene Familie überzeugen. "Die Vorzüge des Vereins haben am Ende klar überwogen", beteuerte Walter, dass ihm das 'Ja' zum HSV am Ende nicht schwierig fiel. Doch für den Ex-Coach von Holstein Kiel und dem VfB Stuttgart steht eine große Herausforderung bevor, denn nach dem dritten verpassten Aufstieg in Folge wird der Druck in Hamburg nicht geringer. "Der HSV ist ein Club, der immer kurz davor ist, richtig auszubrechen. Ich hoffe, dass wir das in die richtige Richtung schaffen", schwor Walter den Verein daher schon bei seiner Amtsübernahme ein.

Wichtig wird jedoch vor allem die Bereitschaft seiner Spieler sein. Gerne will Walter seinem Ruf gerecht werden, dass er gerne mit Ballbesitzt spielt. "Wenn wir den Ball nicht haben, müssen wir aggressiv und intensiv dagegen arbeiten", forderte der 45-Jährige aber auch gleichzeitig. Dann sei auch die Qualität des Kaders "nichts unbedingt entscheidend". Dazu muss Walter die Spieler nun kennenlernen. In Hinblick auf die Kaderplanung in diesem Sommer bat der Coach um Geduld: "Ich möchte die ersten Trainingseinheiten abwarten, inwiefern wir neu ansetzen oder nachjustieren müssen."

Spieler fordern und fördern

Dass ihm dabei der Ruf als 'harter Hund' oder 'wilder Walter' vorauseilt, war dem Fußballlehrer bewusst. "In den Gesprächen mit Jonas Boldt und Michael Mutzel ging es darum, dass die Menschlichkeit ein wichtiger Aspekt ist. Die Spieler wollen abgeholt und mitgenommen werden", zeigte sich der 45-Jährige jedoch zuversichtlich, dass gerade sein Image ihm für die Aufgaben in Hamburg helfen kann. Denn Walter weiß, dass er Spieler verbessern kann – egal, ob jung oder alt: "Das bin ich als Typ: Ich versuche, aus den Jungs das Maximale rauszuholen, sie zu fordern und zu fördern."

Wie hochklassig die Namen der Liga-Konkurrenten im kommenden Jahr auch sein werden, der neue HSV-Coach will sich zunächst nur um die eigenen Defizite kümmern. "Es ist für uns wichtig, bei uns zu bleiben. Was können und was wollen wir besser machen? Um diese Frage zu beantworten, bin ich da", erklärte Walter und betonte, dass der Aufstieg dieses Mal nicht als direktes Ziel ausgegeben werden kann – denn dafür sei es schlichtweg zu früh. Klar ist jedoch für den Coach, dass der HSV wieder gemeinschaftlich agieren muss: "Wir wollen mutig und geschlossen wie eine Familie auftreten. Das muss auf den ganzen Verein zutreffen." Zu diesem Zweck stattete der HSV Walter mit einem Zwei-Jahres-Vertrag aus.