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Wellenreuther kontert Bündnis-Aufruf: "Entspricht nicht meinem Amtsverständnis"

© imago images / Jan Huebner

Nur wenige Stunden nach Bekanntwerden der Aufforderung des "Bündnis KSC", nach der Ingo Wellenreuther sein Amt umgehend niederlegen solle, äußerte sich der KSC-Präsident nun höchst selbst kritisch zur pikanten Bitte des regionalen Unternehmer-Zusammenschlusses – schloss einen Rücktritt seinerseits zum Gemeinwohl des Zweitligisten dabei jedoch nicht kategorisch aus.

KSC-Präsi bemängelt Anonymität des "Bündnis KSC"

Sechs Millionen Euro hatte besagter Zusammenschluss dem finanziell angeschlagenen Karlsruher SC in Aussicht gestellt, sollte der 60-Jährige spätestens bis zum 14. Mai 2020, also einen Tag vor der Mitgliederversammlung, sein Amt als Präsident niederlegen. "Das „Bündnis KSC“ ließ durch seinen Rechtsanwalt schriftlich ausrichten, ich erhielte die Gelegenheit, meinen Rücktritt am 14.05.2020, also am Vortag der außerordentlichen Mitgliederversammlung des KSC e.V., in einer im Vorfeld mit dem „Bündnis KSC“ abgestimmten Videobotschaft den Mitgliedern und der Öffentlichkeit bekannt zu geben," bestätigt auch das KSC-Oberhaupt, dass es schriftlichen Kontakt zwischen den beiden Parteien gab.

Wellenreuther zweifelt jedoch an der Glaubwürdigkeit der Bitte, solange sich die Unternehmen des Konglomerats "Bündnis KSC" im Deckmantel der Anonymität hüllten. "Meiner mehrmaligen Bitte, dem KSC und seinen Gremien mitzuteilen, welche Personen und/oder Unternehmen sich unter der Bezeichnung „Bündnis KSC“ zusammengeschlossen haben und welche Personen und/oder Unternehmen in welcher Höhe Anteile der KSC GmbH & Co. KGaA erwerben wollen, ist bis zum heutigen Tage nicht entsprochen worden", bemängelt der KSC-Präsi die fehlende Transparenz.

Wellenreuther würde zum "Wohl des Vereins" abdanken

Grundsätzlich begrüße er jedoch sämtliche Bemühungen, die akut drohende Insolvenz der Badener abzuwenden – auch wenn er dafür den eigenen Kopf hinhalten müsste: "Oberste Prämisse in meiner Funktion als Präsident des KSC war und ist es stets, dass das Wohl des Vereins an erster Stelle zu stehen hat. In diesem Sinne wäre ich grundsätzlich auch bereit, zum Wohle des KSC mein Amt als Präsident niederzulegen, wenn dies Voraussetzung dafür wäre, dringend benötigte und anderweitig nicht rechtzeitig zu erlangende finanzielle Mittel für den KSC zu erhalten."

Grundvoraussetzung dafür sei jedoch, dass "ein geeigneter Nachfolger bereit stünde", da sich Wellenreuther nicht einfach seiner "Verantwortung entziehen" wolle und dass der noch anonyme Gönnerkreis Farbe bekennt, denn: "Es entspricht nicht meinem Amtsverständnis, einer mit kürzester Fristsetzung durch einen anonymen Personenkreis erhobenen Forderung nachzukommen und damit eine demokratische Wahlentscheidung der Mitgliederversammlung durch die Erklärung der Niederlegung des mir anvertrauten Amtes rückgängig zu machen", so Wellenreuther weiter. Genau sieben Tage bleibt noch Zeit bis zur Mitgliederversammlung des KSC. Ob der Präsident des KSC auch nach der Zusammenkunft dann noch auf den Namen Wellenreuther hört oder der Verein das Bauernopfer zu Gunsten der vermeintlichen finanziellen Rettung in Erwägung zieht, werden die Entwicklungen der kommenden Woche zeigen.