• Facebook
  • Twitter

"Einfach Gänsehaut": Werder bei Ultras-Rückkehr in der Erfolgsspur

IMAGO / Nordphoto

Nach zuletzt zwei Pleiten ohne eigenen Treffer ist der SV Werder Bremen wieder in der Erfolgsspur. Mit 3:0 setzte sich der Absteiger gegen den 1. FC Heidenheim durch. Vier Minuten entschieden dabei über den Ausgang des Spiels.

Heidenheimer Tor aberkannt

Es war eine Szene, die irgendwie zur Bremer Saison passte, in der zu viele Schwankungen bei den Leistungen vorliegen, sich Siege und Niederlage regelmäßig abwechseln: Beim Stand von 2:0 für die Hausherren erzielte Tim Kleindienst den Anschlusstreffer, brachte sein Team nach 54 Minuten zurück ins Spiel. Doch nach Eingriff des VAR wurde der Treffer wieder aberkannt. Der 26-Jährige hatte zuvor bei der Ausführung des Freistoßes weniger Zentimeter im Abseits gestanden. So blieb es bei der Zwei-Tore-Führung. "Dass wir dann nach dem 2:0 direkt das Gegentor bekommen, was dann ja zum Glück Abseits war, das darf uns nicht passieren. Das müssen wir analysieren", sagte Marco Friedl, der die Hanseaten nach 50 Minuten in Führung gebracht hatte.

"Es war Wahnsinn, als ich dann das 1:0 mache. Das war ein Dosenöffner für das ganze Spiel", so der 23-Jährige, der vor 30.000 Fans und einer wieder vollen Ostkurve mit den Ultras feiern konnte. "Dass sie jetzt wieder hier sind und wir mit unserem Sieg unseren Beitrag leisten konnten, den heutigen Abend  abzurunden, freut mich natürlich." Und der Jubel war noch gar nicht richtig verstummt, da legte Marvin Ducksch gleich das zweite Tor nach (52.). Zuvor hatte der Angreifer Heidenheim-Keeper Kevin Müller unter Druck gesetzt. Dieser hatte daraufhin einen Abschlag direkt vor die Füße von Nicolai Rapp spielt. Postwendend kam der Ball zu Ducksch, der cool blieb, seinen vierten Treffer erzielte. Erstmals vor so vielen Fans jubeln zu dürfen, habe ihm "einfach Gänsehaut" verpasst.

Aufstiegsränge kommen näher

Zehn Minuten nachdem Heidenheim der vermeintliche Anschluss aberkannt worden war, traf Denis Thomalla zur 3:0-Entscheidung auch noch ins eigene Tor, machte den gebrauchten Abend für den FCH perfekt (64.). "Ich glaube, dass wir gut in die Zweikämpfe gegangen sind, am Anfang nur den Abschluss noch vermissen lassen haben. Nach dem ersten Tor von Marco haben wir gesagt, wir gehen direkt drauf – das hat sich auch bezahlt gemacht. Wenn wir so anfangen wie da, direkt Druck machen und in die Zweikämpfe gehen, sieht es anders aus. Das haben wir in Dresden nicht gemacht, aber heute nochmal gezeigt", lobte Trainer Markus Anfang auf der Pressekonferenz den Auftritt seines Teams.

Nach dem vierten Saisonsieg stehen die Grün-Weißen mit 14 Punkten nach neun Partien auf dem siebten Rang und nur noch einen Zähler hinter Heidenheim, die aktuell den Aufstiegs-Relegationsplatz belegen. In zwei Wochen tritt Werder bei Anfangs Ex-Klub SV Darmstadt 98 an.