Winterfazit FSV Frankfurt: Noch nicht souverän genug

Platz 14 in der Tabelle, 18 zu 29 Toren, 22 Punkte auf dem Konto. Zwei Tabellenplätze und fünf Punkte trennen den FSV Frankfurt von der Relegation – und herzlich Willkommen im Abstiegskampf, liebe Bornheimer! Spätestens nach dem 1:2 gegen Arminia Bielefeld muss sich Trainer Tomas Oral die Frage stellen wie es nun weiter gehen soll – wie kommt die Mannschaft wieder da unten raus? Bevor ein Lösungsansatz versucht wird zu erstellen, blicken wir doch mal auf die vergangene Hinrunde. liga2-online.de fasst die erste Hälfte der Saison aus Sicht des Bornheimer Fußballsportvereins zusammen.

Neuer Trainer – neues Glück?

Nachdem „FSV-Veteran“ Benno Möhlmann seinen Trainerposten räumen musste und nach dem vorletzten Spieltag Tomas Oral den Posten des Coachs am Bornheimer Hang übernahm und schließlich ein grandioses 3:2 bei Fortuna Düsseldorf und damit den Klassenerhalt holte, war das Vertrauen in den „neuen alten“ Trainer zumindest schon mal zur Hälfte gesichert. Unter Möhlmann wirkten die Spieler des FSV oft lustlos, spielten ohne Kampf, ohne Willen, auf dem Platz etwas zu reißen. Dies gelang Oral zu ändern, Einsatz und Leidenschaft wurden auf dem Rasen von den Schwarz-Blauen demonstriert. Die Bornheimer spielten sich nach einem 2:0 gegen den BFC Dynamo in Runde zwei des DFB-Pokals, wo sie knapp an Hertha BSC scheiterten. Erfolge, wie Siege gegen St. Pauli und Union Berlin konnten zuhause verbucht werden, auswärts gewann man zum Beispiel bei 1860 München. Neu-Trainer Tomas Oral hauchte der Mannschaft scheinbar neues Leben ein und gestaltete aus einem bunt zusammengewürfelten Kader teils ausgeliehener Spieler eine Mannschaft.

Verbesserungswürdige Chancenverwertung

Was den Fan der Bornheimer bei Spielen vor allem unglücklich machte, war wohl die Chancenverwertung. Auch wenn die Spieler in der 90. Minute zurück lagen, pressten sie nach vorne und versuchten, vor das Tor zu kommen, was ihnen auch nicht zu selten gelang. Was die schwarz-blaue Equipe jedoch aus diesen Gelegenheiten machte, war weniger schön. Schwache Schüsse, Kopfbälle, die meterhoch über das Tor gingen oder schlicht und einfach Ballverluste nahmen den Zuschauern die Hoffnung auf ein (Last-Minute-)Tor. Dies war wohl schon immer eine Baustelle beim Fußballsportverein, die es zu beseitigen gilt.

Neuzugänge: Halimi effektiv

Trainer Tomas Oral hatte am Anfang der Saison keine leichte Aufgabe. Er musste aus einem Kader wild zusammengewürfelter Spieler eine Mannschaft formen. 18 Neuzugänge verzeichnete der FSV Frankfurt in der Sommerpause 2015, nur zwei davon aus der eigenen Jugend, sechs Transfers lediglich als Leihe. Prunkvolle Vereine waren unter den verleihenden Klubs, so kam Taiwo Awoniyi vom FC Liverpool an den Hang und In-Heyok Park und Felipe Pires kamen von der TSG Hoffenheim.  Doch nicht alle Neuzugänge zeigten Leistungen, die man auch oft im Stadion bewundern durfte – so kam Denis Mangafic (Kickers Offenbach) auf einen Einsatz in dieser Saison, Heinrich Schmidtgal von Fortuna Düsseldorf durfte gar nicht auflaufen.

Doch wie so oft beim FSV entwickelten sich Leihspieler, die den Bornheimer Hang nach einem Jahr wieder verlassen, zu Leistungsträgern. So auch Besar Halimi von Mainz 05, der mit vier Toren und zwei Vorlagen den momentanen Top-Scorer und -Torschützen des FSV darstellt. Halimi spielte oft die Rolle eines Spielers, die man beim FSV vermisste – der Joker, der auch mal in der 85. Minute den Anschluss- oder Ausgleichstreffer erzielt und somit den Bornheimern auch den ein oder anderen Punkt rettet - ebenso wie André Weis. Der Torhüter kam als Ersatz für Patric Klandt vom FC Ingolstadt zum FSV und etablierte sich auf Anhieb zum Stammtorwart. Die Statistik zeigt in insgesamt 21 Spielen 29 Gegentore und sechs Spiele ohne Gegentreffer. Doch was diese Statistik nicht zeigt, ist die verbesserte Stabilität in der Hintermannschaft, seit Weis zwischen den Toren steht. Bei dessen Vorgänger Klandt kam es durchaus mal vor, dass Patzer geschahen, die wertvolle Punkte kosteten. Dies hat Weis so gut wie abgeschafft – Souveränität heißt es nun in der schwarz-blauen Abwehr. Weis hat noch einen Vertrag bis 2018 und kein Anhänger des FSV wird wohl Unmut schüren, sollte er diesen erfüllen.

Fazit

Insgesamt spielt der FSV Frankfurt bislang eine gute Saison. Die Mannschaft wirkt aufgeweckt, ehrgeizig und engagiert – was man in der Vergangenheit oft vermisste. Einige Neuzugänge ergänzten die Elf sehr gut und formierten sich zu einer Mannschaft, die auch den einen oder anderen Favoriten ärgern konnte. Trainer Tomas Oral leistet seit Dienstantritt gute Arbeit, die sich allerdings auch mal weniger bemerkbar zeigte. Eine Platzierung auf dem 14. Platz in der Tabelle ist für den FSV nicht allzu unüblich, jedoch kann es durchaus gefährlich werden, sollten die Frankfurter nicht noch etwas Luft nach oben gewinnen. Wenn Oral jedoch es schafft, am letzten Spieltag bei Fortuna Düsseldorf den Klassenerhalt perfekt zu machen, dann schafft er dies auch in der Rückrunde 2015/16. Eine Platzierung zwischen dem elften und zwölften Platz in der Tabelle ist realistisch.

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