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Winterfazit und Prognose zur 2. Bundesliga – Teil 1

© imago/Hübner

18 Spieltage sind gespielt, die Hinrunde ist vollständig absolviert und die Teams sammeln in der Winterpause neue Kräfte für die verbleibenden 16 Spieltage. Es ist also Zeit für ein Zwischenfazit zur "Hälfte" der Saison: Wer hat sich in guter Form gezeigt, wer ist abgestürzt und um wen muss man sich ernsthafte Sorgen machen? Im ersten Teil unserer umfassenden Analyse widmen wir uns den ersten neun Plätzen der Tabelle.

Die Rheinländer hatten einen überragenden Saisonstart und hatten sich schon früh in der Saison ganz oben in der Tabelle festgesetzt. Nach dem Erstrundensieg im DFB-Pokal schien Düsseldorf kaum zu stoppen. Aus den ersten elf Spieltagen holten die Fortunen stolze 28 Punkte. Große Träume stiegen schon bei den Fans in der Landeshauptstadt auf, doch Trainer Funkel mahnte zur Bescheidenheit. Mit Recht, wie sich im Verlauf der Hinrunde zeigte. Aus den letzten sechs Spielen der Hinrunde konnte man nur noch drei Punkte einsammeln und verlor die Tabellenführung. Mit einem 1:0-Sieg beim Rückrundenauftakt in Braunschweig holte man sich diese aber wieder zurück. Auch wenn vor der Saison nicht gefordert, so hat man nun auch den Anspruch den Spitzenplatz bis zum Ende zu halten.

Prognose: Obwohl noch Spitzenreiter, wirkte Fortuna zuletzt wacklig. Dennoch bleibt Fortuna unter den Top-3 der Liga.

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Eine Überraschungsmannschaft sind die Kieler in der 2. Bundesliga sicherlich immernoch, doch überrascht sind die Gegner der Nordlichter nicht mehr. Holstein hat die beste Offensive der Liga und spielte in den ersten elf Wochen der Saison reihenweise Gegner an die Wand. Das Pokal-Aus in Mainz war aber dennoch ein Bruch in der Saison. Seither gelang nur noch ein Sieg und der Höhenflug schien punktetechnisch gestoppt. Doch bei einem Blick auf die Tabelle wird klar, dass Kiel nicht nur geographisch weit im "Norden" zu finden ist. Die Punkteausbeute des Saisonstarts war zu beeindruckend, um in diesem Jahr Plätze einzubüßen. In der Rückrunde werden die Gegner aber besser auf die Anfang-Elf eingestellt sein.

Prognose: Kleinzukriegen sind die Störche einfach nicht, obwohl zuletzt mehr und mehr Schwierigkeiten auftraten. Holstein bleibt lange oben dabei, aber der Aufstieg käme deutlich zu früh.

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Zum Stehauf-Männchen der Saison entwickelt sich immer mehr der 1. FC Nürnberg. Nachdem der Saisonstart der Franken nach fünf Spieltagen eher mäßig bewertet wurde, so schien der Club in der Folge kaum aufzuhalten und startete eine Siegesserie. In dessen Anschluss musste die Elf von Trainer Köllner aber immer wieder Rückschläge und Niederlagen einstecken. Aus den letzten fünf Spielen holte man trotzdem wieder elf Punkte und schob sich in der Tabelle wieder auf den 3. Rang. Wirklich aus der Ruhe zu bringen scheint die Mannschaft nicht zu sein und spielerisch ist sie eh eine der besten der Liga. Auch die Euphorie ist wieder zurückgekehrt ins Frankenland, denn am fernen Horizont winkt tatsächlich die Bundesliga.

Prognose: Von Mini-Krisen lässt sich der Club nicht beeindrucken. Die Franken spielen um den direkten Aufstieg in die Bundesliga.

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Es schien ein schwarzes Jahr für den FC Ingolstadt zu werden. Dem Bundesliga-Abstieg im Mai folgte ein Horror-Start in die 2. Bundesliga, bei dem man nach den ersten Spieltagen ganz unten in der Tabelle stand und sich kaum zu helfen wusste. Trainer Walpurgis musste gehen und Stephan Leitl übernahm das Ruder. Seither hat sich das Blatt am Audi-Sportpark gewendet und die Mannschaft bringt ihren Marktwert auf den Rasen. Nach einer furiosen Siegesserie bis zum 14. Spieltag waren die Oberbayern schon wieder ganz oben dran, doch in den letzten Spielen des Jahres mussten die Spieler doch Körner lassen. Trotzdem ist mit dem FCI zu rechnen, denn von den Namen her muss die Mannschaft quasi um den Aufstieg spielen, da sonst der personelle Aderlass drohen könnte.

Prognose: Ingolstadt hat sich gefangen und greift wieder oben an. Der Rückstand nach oben wird nicht lange so bleiben.

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Der SVS gehört mittlerweile zu den Mannschaften in der 2. Bundesliga, die man kaum bemerkt und welche aber dennoch fest dazugehören. Dass Sandhausen jedes Jahr aufs Neue der Abstiegskandidat Nr. 1 sein soll, interessiert am Hardtwald sowieso niemanden mehr. Denn Jahr für Jahr kämpft sich die Elf von Trainer Kocak durch die Spiele und kennt den Abstiegskampf nur aus Erzählungen. Platz fünf nach 18 Spieltagen unterstreicht diesen Trend nur zu deutlich. Sandhausen ist wohl die berühmte Wundertüte der Liga, die an guten Tagen jedes Team schlagen kann und in den restlichen Spielen trotzdem genug Punkte sammelt um weit oben in der Tabelle zu stehen.

Prognose: Alles wie gehabt, der SVS landet mal wieder in der oberen Tabellenhälfte – wo ihn niemand vermutet hatte.

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Aufstiegskandidat Nr 1. wollten die Eisernen in dieser Saison sein und auch unter den Medienvertretern wurden die Berliner als selbiger gehandelt. Nachdem Union den Saisonstart ein wenig verschlafen hatte, spielte sich die Keller-Elf in einen Rausch und startete eine Serie von sechs Siegen in Serie. Aus dem Nichts brachten die Verantwortlichen selbst große Unruhe an die Alte Försterei. Nach drei Spielen ohne Sieg wurde aus dem Nichts Trainer Keller entlassen. Im Anschluss wurden die beiden weiteren Spiele in der Liga auch nicht mehr gewonnen. Somit liegt Union im Mittelfeld und hat schon einen beachtlichen Rückstand zu den Aufstiegsplätzen. Auch deshalb war die Stimmung über die Feiertage in Köpenick sicher nicht die beste.

Prognose: Union gibt noch einmal alles und will oben angreifen. Mehr als Rang drei ist aber wohl nicht drin.

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Zu Beginn der Saison sah es noch so aus, als würde der MSV auch in diesem Jahr wieder tief in den unteren Regionen der Tabelle stecken bleiben. Abgesehen von dem furiosen 4:0-Sieg in Bielefeld konnten sich die Meidericher für ihre guten Leistungen nicht belohnen und ließen insbesondere zuhause Punkte liegen. Doch seit dem 9. Spieltag hat sich die fehlende Konstanz in Duisburg gefunden. 18 Punkte sammelte der MSV aus den letzten neun Spielen – die Bilanz eines Aufsteigers. Nur beim 0:4 in Regensburg schien die Mannschaft nicht auf dem Platz gewesen zu sein, doch ansonsten ist die Mentalität im Team beeindruckend.

Prognose: Auswärts jetzt schon bärenstark wird die Heimschwäche noch zum Thema. Duisburg bleibt dennoch im Mitteldrittel der Liga.

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Dasselbe Spiel aus Duisburg gilt auch für den SSV Jahn. Der Saisonstart ging gründlich in die Hose, obwohl die Leistungen der Mannschaft oftmals Punkte verdient gehabt hätten. Zeitgleich mit den Meiderichern startete auch Regensburg eine Siegesserie und spielte sich aus dem Abstiegskampf heraus. Dabei fällt auf, dass es für die Regensburger nur "Hop" oder "Top" gibt. Nur ein einziges Unentschieden gegen St. Pauli steht auf der Agenda der Bayern. Ansonsten gab es entweder Siege oder Niederlagen. Da dies aber bekanntlich besser ist als permanent die Punkte zu teilen, ist man in Regensburg nach er Hinrunde absolut zufrieden.

Prognose: Beierlorzers Power-Fußball kostet Kraft, doch der Jahn ist in der Liga angekommen. Am Ende wird es knapp die zweite Tabellenhälfte.

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Ohne Drama geht es in Bielefeld auch in dieser Saison nicht. Nach dem Saisonstart und Platz 1 an Spieltag 3, brach die Mannschaft ein wenig ein und fuhr kaum noch Punkte ein. Eine kleine Serie gegen Nürnberg, Dresden und Heidenheim sorgte wieder für Hoffnung, ehe fünf Spiele ohne Sieg folgten. Auch im Anschluss an diese Schwächephase folgte Hoffnung mit zwei starken Siegen gegen St. Pauli und Lautern. Da man die beiden letzten Spiele des Jahres gegen Sandhausen und Regensburg verlor, so ist das beruhigende Polster nach unten nicht so groß wie erhofft. Trainer Saibene war nach dem letzten Spiel entsprechend sauer auf die eigene Mannschaft, die sich in der Vorbereitung wohl auf einiges gefasst machen kann.

Prognose: Saibene muss seiner Mannschaft den Kopf waschen. Mit Leistungen wie zuletzt wird der wahrscheinliche Klassenerhalt doch noch einmal wacklig.