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Karlsruher SC: Präsidium schießt gegen Todt

Der Abstieg des Karlsruher SC scheint beschlossene Sache und die Verantwortlichen machen sich nun auf die Suche nach den Gründen für den Super-Gau.

"Trennung nach verlorener Relegation wäre besser gewesen"

So zeigte sich das Präsidium um Ingo Wellenreuther, Günther Pilarsky und Holger Siegmund-Schultze ungewohnt offen in einem Interview mit den "Badischen Neuesten Nachrichten" am vergangenen Wochenende. Vor allem der ehemalige Sportdirektor Jens Todt, der im vergangenen November von seinen Aufgaben entbunden wurde, wird hart kritisiert. So wirft Pilarsky Todt vor, nicht genug recherchiert und das Präsidium nicht hinreichend informiert zu haben. Zudem soll Todt bei Ablöseverhandlungen um Spieler wie Pascal Köpke oder Philipp Max, geringere Summen verlangt haben, als vom Präsidium vorgegeben. Schwere Vorwürfe der Vereinsführung, die in dieser Form noch nicht oft im Profifußball aufkamen. So kommt Wellenreuther in diesem Interview gar zu folgendem Schluss: "Es wäre vielleicht für beide Seiten besser gewesen, wenn wir uns bereits nach der verlorenen Relegation gegen den HSV getrennt hätten.“

Aber auch der ehemalige KSC-Trainer Markus Kauczisnki, um dessen gescheiterte Vertragsverlängerung es viele Diskussionen gab, wird in dem Interview vom Präsidium thematisiert. So soll es maßgeblich Kauczinskis Schuld gewesen sein, weshalb die Vertragsverlängerung nicht zustande kam. Das KSC-Präsidium hingegen hätte sich die ganze Zeit fair verhalten und Kauczinksi gar eine, von ihm geforderte Ausstiegsklausel zugesichert.

Todt äußert sich nicht

Es sind also harsche Vorwürfe, die das Präsidium den ehemaligen, sportliche Verantwortlichen, allen voran Jens Todt, macht. Der jetzige HSV-Sportdirektor hat sich bis dato dazu noch nicht geäußert, jedoch kann man davon ausgehen, dass Todt das nicht auf sich sitzen lässt. Schließlich sind die Worte der KSC-Vereinsführung sehr hart und deutlich. Doch auch der Druck auf die Verantwortlichen wird größer. So fordern die „Supporters“ des KSC den Rücktritt von Vereinsboss Wellenreuther.

Neben der anhaltenden sportlichen Krise bleibt es also auch auf administrativer Ebene unruhig. Man darf gespannt sein, wie sich diese Angelegenheit nun weiter entwickelt. Ungewöhnlich ist das Vorgehen der Vereinsführung aber allemal, da es nun den Anschein macht, als wäre einzig allein Jens Todt Schuld am Niedergang des KSC. Eine saubere Trennung sieht anders aus.

Todts Nachfolger, Oliver Kreuzer, hingegen sprach das Präsidium zum wiederholten Male eine Jobgarantie aus: „Wir setzen auf ihn. Nach dem Abstieg in die Dritte Liga im Sommer 2012 ist es ihm gelungen, ein gutes Grundgerüst aufzubauen für die kommenden Jahre. Das war eine sehr gute Leistung. Seine Zusammenarbeit mit uns als Präsidium läuft offen, direkt, ist uneingeschränkt vertrauensvoll“, machte Wellenreuter im BNN-Interview deutlich.