"Tut einfach sehr weh": Applaus statt Pfiffe nach Preußen-Abstieg

Nur zwei Jahre nach dem Durchmarsch von der Regionalliga in die 2. Bundesliga ist der SC Preußen Münster zurück in der 3. Liga. Zwar hatte sich der Abstieg in den letzten Wochen schon abgezeichnet, dennoch flossen am Sonntag bittere Tränen. 

Aufmunternder Applaus von den Rängen

Pfiffe? Beschimpfungen? Oder gar ein Platzsturm? Von den sonst üblichen Reaktionen der Fans nach einem Abstieg war Preußen Münster nach dem 1:1 gegen Darmstadt 98 weit entfernt. Stattdessen gab es, als der Gang zurück in die 3. Liga um 15:27 Uhr besiegelt war, aufmunternden Applaus von den Rängen. "3. Liga tut schon weh, scheißegal, SCP", schallte es durch das Preußenstadion.

Nach nur einem Sieg aus den letzten 19 Spielen und neun sieglose Partien in Folge hatte sich der Abstieg in den letzten Wochen bereits abgezeichnet, nichtsdestotrotz übermannten Marvin Schulz im "Sky"-Interview die Emotionen. Der 31-Jährige hatte gerade erst angesetzt und betont, dass die Situation "sehr emotional" sei, als ihm die Tränen kamen er und kurz unterbrechen musste. Mit immer noch brüchiger Stimme sagte er dann: "Es tut einfach sehr weh und ist sehr traurig. Die Mannschaft hat es nicht verdient. Ich habe gesehen, wie sie jeden Tag gearbeitet hat." Dass es trotz des Abstiegs Applaus von den Fans gab, sei "sehr schön" zu sehen. "Die Fans haben uns immer unterstützt und waren immer für uns da."

Schwartz zeigt sich "gesprächsbereit"

Mitte März hatten die Adlerträger mit einem Trainerwechsel von Alexander Ende hin zu Alois Schwartz nochmal versucht, die Trendwende einzuleiten. Doch auch der 59-Jährige bekam das Ruder nicht mehr herumgerissen und blieb in den sechs Partien unter seiner Regie sieglos. "Es ist ein sehr trauriger Tag. Wir machen einfach zu viele einfache und naive Fehler", analysierte Schwartz nach der Partie. Dennoch berichtete er von einem "sehr guten Miteinander", auf dem man aufbauen könne.

Ob die Adlerträger mit Schwartz in die 3. Liga gehen werden, steht noch nicht fest. Gespräche seien bislang noch nicht geführt worden, "ich muss das erstmal sacken lassen", meinte der gebürtige Württemberger. Der Frage, ob er zur Verfügung stehen würde, wich der 59-Jährige aus: "Letztendlich habe ich bis zum 30. Juni noch Vertrag. Was danach kommt, weiß ich nicht." Schwartz zeigte sich aber "gesprächsbereit", zumal es sich in den letzten Wochen "von Spiel zu Spiel besser angefühlt" habe, mit der Mannschaft zu arbeiten. Ohnehin sei der SC Preußen "ein geiler Verein".

"Geht nicht spurlos an mir vorbei"

Auch Sport-Geschäftsführer Ole Knitter hielt sich zur Zukunft des Trainers bedeckt: "Natürlich haben wir Dinge vorbereitet und Gespräche geführt, aber das ist jetzt nicht der Moment, um eine Entscheidung oder eine Tendenz zu kommentieren." Die Saison soll nun "sehr klar" analysiert werden, um dann die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Auch im Kader dürfte sich einiges verändern, laufen doch gleich mehrere Verträge aus. Darunter auch das Arbeitspapier von Niko Koulis, der seit vier Jahren im Klub ist und seitdem zwei Aufsteige und einen Abstieg erlebt hat.

"Das geht nicht spurlos an mir vorbei", meinte der 27-Jährige. Es sei "schade und traurig", die Fans nicht mit einem Sieg belohnt zu haben. Dementsprechend sei er "einfach traurig und niedergeschmettert". In vielen Spielen sehr mehr drin gewesen, "oft haben wir uns selbst um die Punkte gebracht". Allein in den letzten drei Partien gegen Bielefeld, Hannover und jetzt Darmstadt gab Münster jeweils eine Führung aus der Hand. "Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen." Nun gelte es, "die Saison aufzuarbeiten und es nächstes Jahr besser zu machen." Dann wieder in der 3. Liga. Auf die Fans werden sich die Preußen sicherlich weiterhin verlassen können.

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