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3:0-Sieg bei Keller-Abschied: Jahnelf zwischen Freude und Wehmut

© IMAGO / Eibner

In Ingolstadt erlebte der SSV Jahn Regensburg einen "perfekten Tag" und feierte zum Abschied von Sportchef Christian Keller einen 3:0-Auswärtssieg. So eindeutig, wie das Ergebnis am Ende aussah, empfand es Cheftrainer Mersad Selimbegovic allerdings nicht. Auch innerhalb des Teams bleibt die 40-Punkte-Marke das Ziel.

"So klar war das nicht"

Gegenüber den meisten Konkurrenten in der Zweitliga-Spitzengruppe durfte die Jahnelf am Sonntag nachlegen – und zwar mit Erfolg. Denn nach den Toren von David Otto (9.), Max Besuschkow (63.) und Kaan Caliskaner (73.) stand ein eindeutiger Auswärtssieg auf dem Papier. "Wenn man das Spiel nicht gesehen hat, dann denkt man wohl, dass alles klar war", äußerte sich SSV-Cheftrainer Mersad Selimbegovic jedoch demütig. "So klar war es nicht. Das ist aber auch normal, denn in dieser Liga ist es immer schwierig zu gewinnen."

Doch an diesem Tag hatten die Oberpfälzer einmal mehr das Spielglück auf ihrer Seite. "Wir haben zum genau richtigen Zeitpunkt das 1:0 gemacht, eine überragende Aktion von Alex Meyer hat den Ausgleich verhindert. Der Elfmeter und damit das 2:0 kam aus dem Nichts", fasste der Fußballlehrer den Verlauf der Partie zusammen. Tatsächlich hielt Ingolstadt, das ebenfalls eine intensive Pokalpartie in den Knochen hatte, über weite Strecken mit und erspielte sich Chancen. Abgezockter blieben allerdings die Regensburger, die nunmehr schon 25 Punkte auf dem Konto haben.

Keller wird verabschiedet

"Solange wir die 40 Punkte nicht haben, bleibt das unser primäres Ziel", versichterte Jahn-Kapitän Benedikt Gimber nach Abpfiff. In der Vorsaison erreichte Regensburg diese Marke nicht, damals mussten 38 Punkte für den Klassenerhalt reichen. Beim Tabellenzweiten der Liga läuft es derzeit einfach runder. "Heute kann man von einem perfekten Tag sprechen. Es lief genau so, wie wir uns es vorgestellt haben. Es war aber auch der erwartet schwere Gegner und lange ein offenes Spiel", beteuerte auch Gimber. Doch beim Kapitän schwankte auch Wehmut mit, denn einer der Macher des Erfolgs war zum letzten Mal auf dem Platz. Nach Abpfiff kam Dr. Christian Keller, Geschäftsführer Profi-Fußball des SSV Jahn, auf den Rasen. "Er war ein absoluter Glücksfall für den Jahn, der Architekt", so Gimber.

Tränen verkniff sich der geschätzte Sportchef der Regensburger. "Als ich nach dem Spiel auf dem Platz war und wusste, dass ich manche zum letzten Mal in den Arm nehme – zumindest auf dem Platz, da war ich mit den Tränen am Kämpfen", erzählte Keller dennoch gerührt. "Wir sagen der Mannschaft immer: Wer zusammenhält, der ist nicht kaputt zu kriegen. In so einem Job entstehen natürlich auch zwischenmenschliche Beziehungen. Mersad Selimbegovic ist einer der Menschen überhaupt, die ich am meisten schätze." Künftig muss der Cheftrainer ohne Keller weitermachen, der in den nächsten zwei Wochen sämtliche Aufgaben übergibt und aus seinem Amt ausscheidet. "Danach wird es langsam dahin gehen, dass ich auch mal ein bisschen Urlaub mache", versprach Keller zum Abschied.