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96-Aus für Kind: Spekulation um rechtliche Schritte und Nachfolger

© IMAGO / localpic

Die Abberufung von Martin Kind als Geschäftsführer von Hannover 96 hat ein Beben bei den Niedersachsen hervorgerufen. Völlig offen ist, wie sich die Entscheidung konkret auf den Verein auswirken wird. Dr 78-jährige Unternehmer lässt den Schritt jedenfalls rechtlich prüfen – doch mit Andreas Rettig soll bereits ein Nachfolger gehandelt werden.

Entscheidung des e.V.-Vorstands unzulässig?

Die einen jubeln, die anderen bangen. Wie sieht die Zukunft von Hannover 96 aus? Ab sofort soll die Ära von Martin Kind bei den Niedersachsen beendet sein. Nach über 24 Jahren im Verein wurde der 78-jährige Unternehmer am Mittwochabend von seinem Posten als Geschäftsführer abberufen. Doch die endgültige Entscheidung scheint noch nicht gefallen zu sein. Die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" und der "Sportbuzzer" berichten, dass Kind die Abberufung rechtlich prüfen lässt. Ausgesprochen wurde die Entscheidung vom Vorstand des eingetragenen Vereins (e.V.) – der dazu aber womöglich nicht berechtigt ist.

Hannover 96 besteht aus einem Gesellschafter-Konstrukt. Kind ist Mehrheitsgesellschafter der "Hannover 96 Sales&Service GmbH&Co.", zu der wiederum zu 100 Prozent die ausgegliederte Profifußball-Abteilung in Form einer Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) gehört. Die Geschäftsführer dieser KGaA werden von der "Hannover 96 Management GmbH" bestimmt – und diese GmbH gehört vollständig zum Stammverein, also dem eingetragenen Verein. Kind verweist nun wohl darauf, dass die Entscheidung des e.V.-Vorstands aber vom Aufsichtsrat der "Management GmbH" hätte kommen müssen. In diesem Germium sitzen je zwei Vertreter der Kapital- und Vereinsseite. Ausgerechnet dieses Gremium sei aber von der KGaA nicht über die Absetzung von Martin Kind informiert worden.

Rettig räumt Kontakt ein und dementiert

Martin Kind, dessen Klub sich in der jüngeren Vergangenheit bereits öfter gegen ehemalige Mitarbeiter vor dem Arbeitsgericht behaupten musste, könnte sich nun selbst rechtlicher Schritte bedienen. Die Auswirkungen auf den Verein sind bislang nicht abzusehen. Gleichzeitig soll aber mit Andreas Rettig schon ein Nachfolger für Kind gehandelt werden, gilt aber zunächst nur als Übergangslösung. Rettig räumte gegenüber der "dpa" einen Kontakt zu 96 ein: "Ich schätze Martin Kind sehr. Für mich ist Hannover 96 ganz eng mit Martin Kind und seinen Gesellschaftern verbunden. Eine Nachfolgeregelung ist mir aber weder von Martin Kind noch von der Vereinsseite angeboten worden." Fakt ist somit nur, dass so oder so jetzt turbulente Zeiten auf die Niedersachsen zukommen.