Heidenheim wird Favoritenrolle in Pirmasens gerecht
Für die Kicker von der Ostalb war es ein völlig neues Gefühl. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte trat man in der ersten Runde des DFB-Pokals als Favorit an. Die Losfee Andrea Petkovic zog den FK Pirmasens als Erstrundengegner. Beim Regionalligisten ließ der schwäbische Zweitligist gar keine Zweifel aufkommen und zog mit einem souveränen 1:4 (0:2) in die nächste Runde ein.
FKP hält mit viel Kampf dagegen
Der Außenseiter, der mit Benjamin Auer einen sehr erfahrenen Spieler in den eigenen Reihen hat, agierte von Beginn an sehr defensiv und kompromisslos. Es waren erst wenige Minuten gespielt, da gab es den ersten Aufreger. Nach einem harten Einsteigen musste Robert Strauß mit Verdacht auf einen Bänderriss ausgewechselt werden. Auch in der Folge ließen die Pirmasenser nicht von ihrer Spielweise ab. Die Heidenheimer brauchten einige Zeit, um sich damit zurechtzufinden. Dann jedoch gelang es ihnen immer besser den Ball in den eigenen Reihen laufen zu lassen. Ein erster Kopfball von Ben Halloran verfehlt sein Ziel noch knapp. Nach gut einer halben Stunde Spielzeit dann aber der Doppelschlag. Daniel Frahn setzte sich im Strafraum durch und flankte an den langen Pfosten. Dort war wieder Halloran frei und schob den Ball diesmal zum 1:0 ein. Auch den zweiten Treffer bereitete Frahn vor, der mit seinem Schuss noch an FKP-Torhüter Daniel Kläs scheiterte, aber Smail Morabit setzt nach und chippte den Ball zum 2:0 unter die Latte.
Konzentriert und fokussiert
„Ich hab der Mannschaft gesagt, dass es gar keinen Grund gibt jetzt nachzulassen und habe gefordert das Tempo weiter hochzuhalten“, sagte Frank Schmidt in der Halbzeit zu seinem Team. Die Spieler haben die Worte ihres Trainers beherzigt und traten weiter sehr selbstbewusst und abgeklärt auf. Es dauerte nur fünf Minuten, bis dann mit dem dritten Treffer des Tages das Spiel eigentlich entschieden war. Halloran spielte einen klugen Ball in die Spitze, wo Robert Leipertz die Ruhe vor dem Tor behielt und überlegt zum 3:0 traf. Die beiden Akteure waren dann auch für den vierten Treffer verantwortlich. Halloran scheiterte noch über links, aber Leipertz stand in der Mitte genau richtig und staubte ab. Dass dem FK Pirmasens kurz darauf noch der Ehrentreffer gelang, spielte für Schmidt keine Rolle mehr. „Mit der Spielweise und dem taktischen Auftreten meiner Mannschaft war ich absolut zufrieden. So geht der 4:1 Erfolg am Ende auch völlig in Ordnung“, so Schmidt nach dem Spiel.
„Weiterkommen keine Selbstverständlichkeit“
Und auch aus den Reihen des FK Pirmasens konnte man nur lobende Worte für den souveränen Auftritt des FCH hören. „Ich habe selten eine Profimannschaft erlebt, die gegen eine Amateurmannschaft so konzentriert zu Werke ging“, musste FKP-Coach Peter Tretter ernüchternd feststellen. Dieser hätte von seinem Team etwas mehr Entlastung gehofft, aber war insgesamt vom Auftreten seiner Mannschaft zufrieden, da an diesem Tag einfach nicht mehr drin gewesen war. Dies lag am FCH, der das Spiel schon in der Trainingswoche ernst genommen hat und sich wie auf eine Zweitligapartie darauf vorbereitet hat. Dadurch wurde von vorhinein ein möglicher Schlendrian ausgeschlossen und dies ist auch die Voraussetzung, um in die nächste Runde des Pokals einziehen zu können. „Man muss einfach auf die anderen Plätze schauen. Es ist überhaupt nicht selbstverständlich mit einer so souveränen Leistung gegen einen Regionalligisten in die nächste Runde einzuziehen“, so Schmidt. Für einige Teams war dann auch gegen einen Regionalligisten die Pokalsaison schon beendet. Prominentestes Beispiel ist der Hamburger SV, der gegen den FC Carl Zeiss Jena den Kürzeren zog. Der 1. FC Heidenheim hat die erste Hürde genommen und wartet nun gespannt auf die Auslosung der zweiten Runde. Zuvor steht jedoch am Freitagabend noch das Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf auf dem Programm.