RB Leipzig: Ralf Rangnick bremst Euphorie
Euphorie in Fußball-Leipzig, das hat es schon lange nicht mehr gegeben. Nach dem 2:1-Heimsieg der Rasenballer am Freitag gegen Fortuna Düsseldorf kann man aber genau davon sprechen. Drei Siege in Folge, endlich hat man eine kleine Serie gestartet – und dank der Patzer der Konkurrenz steht man erstmals in dieser Saison auf einem direkten Aufstiegsplatz. Lediglich Trainer Ralf Rangnick wollte so gar nicht in die Jubelstimmung einsteigen und zeigte sich trotz der drei Punkte sichtlich unzufrieden. Besonders die langen Bälle in Hälfe 1 und die Hektik am Ende monierte der Coach. Meckern auf hohem Niveau, mag manch einer sagen, vielleicht aber auch bitter notwendige Bodenhaftung…
Wie schon in den vorangegangenen, knapp gewonnenen Partien war längst nicht alles Gold, was glänzt. Aktuell ist es aber die Qualität der Einzelspieler, welche enge Partien dann eben zugunsten der Sachsen entscheidet. Gegen die Rheinländer stand dabei besonders der Schwede Emil Forsberg im Mittelpunkt, der seinen Geburtstag mit einem technisch versierten Treffer feierte und das zweite Tor für Marcel Sabitzer herausragend vorbereitete.
Ein Grund zur Unzufriedenheit bleibt aber die Chancenverwertung. Speziell in der, laut Rangnick schwachen ersten Halbzeit, gab eine ganze Reihe von ungenutzten großen Gelegenheiten. Eigentlich hätte die Partie bereits da entschieden sein müssen. War sie aber nicht – und so kam es dann zu der vom Übungsleiter thematisierten Unruhe auf den letzten Metern. Spätestens als nach einer Ecke Karim Haggui den Anschlusstreffer markierte begann das große Zittern – auch wenn die Gäste nichts wirklich Gefährliches mehr auf den Platz bringen konnten.
Nicht wegzudiskutieren ist in jedem Fall die Tatsache, dass die Leipziger endlich Konstanz gefunden haben und auch personell gefestigt sind. Gegen Düsseldorf nämlich stand exakt dieselbe Startelf auf dem Rasen, wie eine Woche zuvor beim Sieg in Bochum. In der kommenden Woche nun steht das Pokalspiel in Unterhaching auf dem Programm – gut möglich, dass da ein wenig rotiert wird. Beim schweren Auswärtsspiel am nächsten Spieltag in Sandhausen hingegen dürfte es wiederum wenige Ansätze für Umbesetzungen geben. Auch wenn Rangnick dies so sicher nicht zugeben wird!