MSV-Präsident Wald: "Lieberknecht steht nicht zur Diskussion"

Nach der 2:4-Niederlage gegen den FC Ingolstadt ist der MSV Duisburg wieder Tabellenletzter. Obwohl die Zebras am Samstag eine ihrer spielerisch besseren Leistungen zeigten, war die Pleite am Ende deutlich und verschärft die Lage im Abstiegskampf. Ein erneuter Trainerwechsel steht derweil nicht zur Debatte.
Grlic und Lieberknecht auf die Tribüne
Der MSV Duisburg ist wieder im Tabellenkeller angekommen. Nach der 2:4-Niederlage gegen den direkten Konkurrenten aus Ingolstadt halten die Zebras die Rote Laterne in der Hand, obwohl die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht in puncto Einsatz und Leidenschaft eine ihrer besten Saisonleistungen abrief. Zu einfach waren die Fehler in der Abwehr, in der aufgrund der engen Personaldecke Joseph Baffoe sein Debüt für die Meidericher gab. Der ehemalige schwedische U21-Nationalspieler erlebte einen schwarzen Tag, der verschuldete Elfmeter zum zwischenzeitlichen 1:2-Gegentreffer war die unglücklichste Aktion in einer Reihe von Abwehrfehlern des gesamten Teams.
"Wir sind in dieser Saison sicherlich nicht bevorteilt worden. Das wird sich auch nicht mehr ausgleichen", moniert MSV-Präsident Ingo Wald gegenüber dem "Kicker", dass erneut eine umstrittene Entscheidung gegen seinen Verein getroffen wurde. Der Elfmeterpfiff für Ingolstadt trieb die Duisburger zur Weißglut, Sportdirektor Ivica Grlic und Trainer Torsten Lieberknecht wurden gemeinsam auf die Tribüne verwiesen. "Das zeigt die Emotionen, das zeigt die Wichtigkeit des Spiels. Dass es dann brodelt, wenn du wieder ungerecht behandelt wirst, dass man irgendwann einmal nicht so ganz souverän agiert, kann ich nachvollziehen", zeigte Wald Verständnis für den emotionalen Ausbruch der sportlichen Leitung, von der ihr Präsident weiterhin überzeugt ist: "Torsten Lieberknecht steht nicht zur Diskussion."
MSV zeigt Willen
Ein erneuter Impuls durch einen Trainerwechsel ist bei den Duisburgern sieben Spieltage vor Torschluss demnach keine Option. Und der Rückstand ist angesichts einer Nachholpartie noch aufholbar: Fünf Punkte zum rettenden Ufer, zwei Zähler bis zum Relegationsplatz. Mit einem erneuten Überraschungssieg gegen den 1. FC Köln könnte die Welt der Duisburger wieder anders aussehen - dazu müssten die Zebras aber mindestens dieselbe Leistung auf den Platz bringen, die sie in der letzten halben Stunde gegen Ingolstadt anboten. Fehlende Qualität in der spielerischen Klasse konnten die Duisburger in dieser Saison viel zu selten durch Einsatz und Leidenschafft wettmachen, gegen den FCI konnte das allerdings nicht von der Elf auf dem Platz behauptet werden.
Selbst nach dem vorentscheidenen Treffer durch Sonny Kittel in der letzten Minute rannten die Zebras weiter an, verkürzten sogar noch durch einen erneuten Freistoßtreffer von Kevin Wolze. Den Fans bleibt nur zu Hoffen, dass die Meidericher - endlich - diesen unbedingten Willen nun für die restlichen Spiele beibehalten können. Dann gäbe es aber auch wieder gute Nachrichten: "Wir sind sicher, dass die Zweitliga-Lizenz für uns kein Problem darstellen wird", kündigte Präsident Ingo Wald an. Bei der Lizenzierung der 3. Liga habe der DFB dagegen bereits Nachfragen gestellt - das dürfte aber nicht nur dem MSV-Boss im Vorfeld klar gewesen sein.