Schlechteste Offensive, beste Abwehr: VfL im Dilemma

Beim VfL Osnabrück strahlt Cheftrainer Daniel Thioune stets Ruhe und Beständigkeit aus, selbst wenn sein Klub seit sechs Ligaspielen auf einen Sieg wartet. Beständig ist dabei auch die Torflaute, die seit 437 Minuten beim Aufsteiger besteht.
"Kommen den Einschlägen näher"
Mit einem direkten Freistoßtreffer erzielte Kevin Wolze am 22. September den 1:0-Führungstreffer der Osnabrücker gegen den FC St. Pauli. Niemand ahnte, dass es bis heute das letzte Tor der Lila-Weißen sein würde. Die Torflaute des Aufsteigers hält an, gemeinsam mit dem SV Sandhausen stellt man an der Bremer Brücke mit nur zehn Treffern die offensivschwächste Mannschaft. Der erstmalige Einsatz einer Doppelspitze am letzten Wochenende trug noch nicht zur Wende bei. "Wir kommen den Einschlägen näher, deshalb haben wir Geduld mit den Stürmern", flüchtet sich Cheftrainer Daniel Thioune gegenüber dem "Kicker" in den Humor, der ihm geblieben ist.
Beste Abwehr der Liga
Denn trotz Torflaute hält sich der VfL wacker über dem Strich. Einzig nach der Auftaktpleite gegen Heidenheim standen die Lila-Weißen in der akuten Gefahrenzone. Auch der Punktgewinn gegen Fürth, der schon das zweite 0:0-Remis in Folge war, trug dazu bei. "Wir ernähren uns mühsam, aber wir ernähren uns. Zwölf Punkte sind mehr als elf", bedient sich der Fußballlehrer einer Fußballfloskel, die ihm aktuell noch Recht gibt. Denn noch stehen die Osnabrücker dank ihrer hervorragenden Abwehr - nur neun Gegentreffer in elf Spielen sind der Bestwert - drei Punkte vor der Abstiegszone. Aber Thioune ist gewarnt: In den letzten sechs Partien sind die Osnabrücker trotzdem die formschwächste Mannschaft. Ein eigener Treffer würde die Situation vermutlich schon verändern.