Einladung in den "Kölner Keller": Gomez darf "Abseitssituationen bewerten"

Fünf aberkannte Tore in drei Spielen waren für Mario Gomez Grund genug, sich über den modernen Videoassistenten zu beschweren. Nun reagierte Dr. Jochen Drees als Projektleiter Videobeweis beim Deutschen Fußball-Bund und lud den Ex-Nationalspieler in den "Kölner Keller" ein.

"Kann sich das Ganze mal anschauen"

Er sei froh, dass er in fünf Jahren keinen Fußball mehr spiele - diese Aussage tätigte Mario Gomez, weil er eine Verschlimmbesserung des deutschen Fußballs durch den Videoassistenten fürchtet. Ein Vorwurf, den Dr. Jochen Drees als Videochef des DFB nicht nachvollziehen kann. "Wir haben bei uns heute Morgen spontan gesagt: Wir laden Mario Gomez gerne ein, wenn er Interesse hat", schlägt der 49-Jährige nun gegenüber der Deutschen Presseagentur vor. "Er kann gerne mal zu uns ins Video-Assist-Center kommen und sich das Ganze mal anschauen."

Gomez verband den Videobeweis nach fünf aberkannten Treffern in den letzten drei Wochen mit den Begriffen "bescheuert", "Bullshit" und "kein Spaß". Dabei sei der VAR in den meisten Situationen gar nicht verantwortlich gewesen, wie Drees betont: Vier der fünf Gomez-Tore wurden vom Linienrichter zurückgepfiffen. "Diese Vorgänge hatten also sehr wenig mit dem Videoassistenten zu tun, dieser hat die korrekten Entscheidungen auf dem Feld nur bestätigt", verteidigt der ehemalige Schiedsrichter deswegen das technische Hilfsmittel.

Kalibrierte Linien wie bei der WM

Geht Gomez jetzt in den "Kölner Keller"? "Wir können ihm gerne erklären, wie der Video-Assistent und die kalibrierte Linie funktionieren", stellt Drees dem Ex-Nationalstürmer in Aussicht, über die Feinheiten dieser Linien habe sich der Stuttgarter immerhin auch beschwert. Diesen Vorwurf kann Drees aber entschieden entkräftigen: "Die kalibrierte Linie, die wir verwenden, ist die gleiche, wie sie die Fifa für die Weltmeisterschaft 2018 zertifiziert hat. Die kalibrierten Linien sind sehr genau."

Dass die momentan einzigartige Torverweigerung für Gomez' Treffer mit einer persönlichen Note behaftet wäre, das hatte wohl auch der Ex-Nationalspieler nur aus der Emotion heraus gesagt. Dr. Jochen Drees zeigt sich jedenfalls begeistert von der Idee, wenn ein Mario Gomez den "Kölner Keller" mal besuchen würde: "Er kann sich auch selbst mal an eine Arbeitsstation setzen und Abseitssituationen bewerten. Er ist herzlich willkommen!"

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