Hannover: Kind macht maximalen Aufstiegsdruck
Der gute Saisonstart von Hannover 96 hat beim ehrgeizigen Vereinschef Martin Kind offenbar die letzten Hemmungen fallen lassen. Angesichts von Platz zwei nach den ersten vier Runden hat der Unternehmer die Rückkehr ins Oberhaus als einziges Ziel für die laufende Spielzeit ausgegeben.
"Kann kein anderes Ziel geben“
In einem Interview während der Länderspielpause in der Neuen Presse machte Kind nach zwei Erfolgen in den ersten drei Liga-Spielen aus seinen bekannt ehrgeizigen Ambitionen auch keinerlei Hehl mehr. "Es kann“, zitierte das Fachmagazin kicker die Kernaussage des 76-Jährigen aus dem Gespräch, "es kann für diese Mannschaft kein anderes Ziel geben als den Aufstieg.“
Für Trainer Kenan Kocak und seine Spieler ist dadurch der an der Leine traditionell hohe Druck noch einmal maximal gestiegen. Besonders für den Coach liegt die Messlatte nunmehr ganz erheblich höher, zumal Kinds Ungeduld in Zeiten von Misserfolgen rund um den Maschsee schon lange geradezu berüchtigt ist.
Kocaks Zurückhaltung spricht Bände
Widerspruch wäre zwar zwecklos, doch übernehmen will Kocak die Aussage seines Bosses dennoch nicht. "Große Vereine haben immer ambitionierte Ziele. Martin Kind hat als Präsident das Recht, seine Ziele zu formulieren“, sagte der 39-Jährige zu den neuen Vorgaben diplomatisch und lässt dabei doch zugleich deutlich Distanz zumindest zu Kinds Hoffnungen durchklingen.
Dabei will sich Kocak auch nicht von Kinds öffentlichen und zuletzt besonders zahlreichen Lobeshymnen auf seine Person blenden lassen: "Wenn Martin Kind meine Arbeit wertschätzt, freut mich das sehr. Ich hoffe, dass ich das auch weiterhin lesen kann.“
Vorerst muss sich der 96-Trainer wohl keine Sorgen um sein Standing beim Klubchef machen. Durch den Einzug in die zweite DFB-Pokal-Runde und die späteren Liga-Heimsiege gegen den Karlsruher SC (2:0) und im Derby gegen Aufsteiger Eintracht Braunschweig herrscht trotz des "Ausrutschers“ (Kocak) beim VfL Osnabrück zunächst einmal Ruhe. Angemessen, wie Kocak findet: "Wir hatten einen guten Saisonstart. Es war nicht selbstverständlich, dass es so gut gelaufen ist.“ Ob die Welt in Hannover auch noch nach dem Gastspiel am Sonntag bei Erstliga-Absteiger SC Paderborn weiter in Ordnung ist, muss jedoch erst einmal abgewartet werden.