96-Boss Kind: Rückendeckung für Kocak – und Nadelstiche

Angesichts der Misere von Hannover 96 will Vorstandsboss Martin vor dem Nordduell beim großen Nachbarn Hamburger SV (Samstag) aufkommende Unruhe um Chefcoach Kenan Kocak mit Nachdruck ersticken. In einem Interview stärkte Kind dem Trainer den Rücken – und heizte die Spekulationen über Kocaks Zukunft am Maschsee doch zusätzlich an.

"Es gibt keine Trainerdiskussion“

"Kenan Kocak hat das volle Vertrauen“, sagte Kind in der Sport-Bild und fügte bekräftigend hinzu: "Bei uns gibt es keine Trainer-Diskussion!“

Durch die Talfahrt der Niedersachsen mit zuletzt zwei Niederlage nacheinander und insgesamt nur einem Punkt aus den vergangenen vier Spielen aber steht Kocak trotz eines noch bis 2023 laufenden Vertrags zunehmend unter Druck. Hannovers Vorsprung auf die Abstiegszone beträgt nach einem vielversprechenden Saisonstart nur noch zwei Punkte, obwohl Kind vor Saisonbeginn den Aufstieg als Ziel ausgerufen und seinen Standpunkt mit der Qualität des Kaders begründet hatte.

Trotz seiner Aussage über Kocaks derzeitige Stellung vermied Kind allerdings ein unumstößlich klares Bekenntnis zu dem 39-Jährigen. Denn auf die Frage nach Kocaks Aussicht auf eine Fortsetzung seiner Arbeit bis zum festgeschriebenen Vertragsende sagte Kind lediglich: "Ich gehe fest davon aus.“

Mertesacker als Kocak-Alternative? "Im Moment ist Per bei Arsenal glücklich"

Abgesehen von den branchenüblichen Halbwertzeiten setzte Kind jedoch noch geschickt einen besonders schmerzhaften Nadelstich gegen Kocak: Eine Rückkehr von Ex-Weltmeister Per Mertesacker aus dem Nachwuchszentrum des englischen Topklubs FC Arsenal an die Leine als neuer Trainer schloss Kind jedenfalls nicht wegen Kocaks Vertrag aus: "Die Frage stellt sich nicht. Im Moment ist Per glücklich bei Arsenal London.“

Womöglich stellt sich dem Unternehmer die Frage aber schon in wenigen Wochen nach einer Auswertung der Hinrunde. "Die Entwicklung ist unbefriedigend. Es ist die Aufgabe der sportlichen Leitung, Lösungen zu finden. Der Aufstieg ist momentan kein Thema. Wir müssen unsere Probleme lösen. Ich möchte aber die Hinrunde noch für eine inhaltliche Beurteilung abwarten, bevor wir über Ziele reden“, erklärte Kind.

In der "ewigen“ Debatte nicht nur bei 96 über die Abschaffung der für die Fans wichtigen 50+1-Regel erneuerte Kind außerdem seine Forderung nach mehr Einflussmöglichkeiten für Investoren: Durch die Corona-Krise „wird diese Regel vielfach diskutiert, und die Dynamik wird zunehmen. Notwendig sind Strukturen der Zukunft unter wirtschaftlichen und sportlichen Fragestellungen".

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