"Ich könnte kotzen": 96 verspielt die Aufstiegschance auswärts

Hannover 96 wird seine Auswärtsschwäche nicht los. In Karlsruhe setzte es bereits die sechste Niederlage auf fremdem Platz, sodass die ambitionierte Rückkehr in die Bundesliga in weite Ferne rückt. Besonders die Art und Weise der neuerlichen Pleite stieß dem Team um Cheftrainer Kenan Kocak nach Abpfiff gewaltig auf.

"Gerne gewonnen, ist aber nicht so"

"Der KSC hat die Chance einmal genutzt, wir nicht. Ich könnte kotzen", ärgerte sich 96-Innenverteidiger Timo Hübers nach der 0:1-Niederlage in Karlsruhe, denn im direkten Duell der Verfolger unterlagen die Niedersachsen einmal mehr im Auswärtsspiel. Ausgerechnet ein Eigentor besiegelte die Pleite, weil Kingsley Schindler im Gewühl für seinen Torwart klären wollte. Die Kugel rutschte jedoch unglücklich in den eigenen Kasten, wovon sich Hannover nicht mehr erholen konnte. "Ich glaube nicht, dass man hier von einem verdienten Sieg reden kann. Das Spiel war aus meiner Sicht ausgeglichen. Ein Unentschieden wäre drin gewesen", so Hübers' Einschätzung.

Ganz ähnlich sah es auch Cheftrainer Kenan Kocak. "Natürlich sind wir sehr enttäuscht und hätten das Spiel hier heute gerne gewonnen. Da ist aber nicht so – Mund abputzen und am Montagabend geht es weiter", schwor der Übungsleiter seine Mannschaft ein, schließlich bleibt den Hannoveranern noch viel Zeit für die ambitionierten Ziele. Klar ist aber auch, dass zumindest der Aufstiegs-Relegationsplatz mittlerweile sieben Punkte entfernt ist. Insgesamt präsentiert sich Hannover zu auswärtsschwach - aus zehn Spielen holten die Niedersachen nur zehn Punkte. Zuhause gab es mehr Zähler in weniger Partien, doch das wird auf langer Strecke wohl nicht reichen.

96 ließ sich zurückdrängen

Dabei war die Niederlage, wie schon in anderen Anläufen, für Kocak unnötig: "Ich denke, wir sind sehr gut in die Partie reingekommen und haben in der ersten Halbzeit Chancen gehabt, die wir nicht verwerten konnten." Danach lief der KSC die Niedersachsen "einen Tick aggressiver" an, weswegen sich 96 zurückdrängen ließ: "Da haben wir für meinen Geschmack zu sehr den Rückwärtsgang gesucht, anstatt weiterhin die vertikale Auflösung zu suchen." Noch dazu machten die schlechten Platzverhältnisse dem Gast zu schaffen. Auch die Riesenchance zum Ausgleich durch Hendrik Weydandt (80.) wurde verhindert.

So bleibt Hannover 96 im Mittelfeld der Tabelle stecken. Mit 26 Punkten aus 18 Zählern haben die Niedersachsen im zweiten Jahr nach dem Bundesliga-Abstieg zwar nichts mit dem Abstiegskampf zu tun, doch die gesteckten Ziele vor der Saison werden nicht einfacher zu erreichen. Am Montag (20:30 Uhr) kommt es zum Derby mit dem VfL Osnabrück - in der heimischen HDI-Arena.

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