"Sehen uns als Jäger": Tabellenführer Darmstadt will zurückschlagen
Der SV Darmstadt 98 will seine 0:5-Niederlage gegen den Hamburger SV schnell vergessen machen. Dazu bietet sich eine Chance im nächsten Duell mit Hannover 96 (Sonntag, 13:30 Uhr). Dort will sich der Tabellenführer wieder in der Rolle des Jägers zurechtfinden.
Einzig Lasse Sobiech fehlt
Eigentlich sind die Lilien das offensivstärkste Team der Liga, sodass fünf Treffer auf der Anzeigetafel am Böllenfalltor normalerweise keine Überraschung sind. Doch die Tatsache, dass es allesamt die Tore vom Hamburger SV waren, wurmte den SVD noch etwas länger. "Wir haben versucht, das HSV-Spiel am Montag direkt abzuhaken", blickte Cheftrainer Torsten Lieberknecht immer noch auf die überraschend hohe Niederlage zurück. "Am Mittwoch hat man eine gedämpfte Stimmung aber noch gemerkt, die wir spätestens im Nachmittagstraining dann auflockern konnten. Seitdem sind wir im Fokus, das nächste Spiel anzugehen."
Der nächste Gegner heißt wiederum Hannover 96, die Wiedergutmachung steht auf Darmstadts Programm. Dazu stehen dem Übungsleiter beinahe alle Spieler zur Verfügung, einzig Lasse Sobiech (Sprunggelenksprobleme) wird fehlen. Neben den sportlichen Kritikpunkten will Lieberknecht seine Mannschaft auch im mentalen Bereich wieder in die Spur führen - und interpretiert die Tabellenführung mal anders. "Wir sehen uns als Jäger in dieser Liga", so der 48-Jährige, der diese Rolle gegen den HSV nicht erfüllt sah. "Wenn wir davon sprechen, in der Jägerposition zu sein, müssen wir das auch verkörpern. Das eher reservierte Spiel steht uns nicht so sehr."
"96 ist ganz woanders anzusiedeln"
Für die Lilien heißt das nichts anderes, als die Zurückhaltung abzulegen und auf dem Rasen wieder Gas zu geben. Einfach wird das gegen die Niedersachsen nicht, die ihrerseits den Sprung aus dem Tabellenkeller heraus schaffen könnten - dank einem vorherigen Aufwärtstrend. "96 hat eine Mannschaft, die aufgrund ihrer Qualität in der Liga eigentlich ganz woanders anzusiedeln ist", weiß auch Lieberknecht. Er will vermeiden, dass seine Mannschaft nun zu schnell zu viel will. "Wir haben in der Vergangenheit gezeigt, dass wir auswärts gegen Teams aus dem Abstiegskampf respektvoll auftreten und gute Lösungen finden können", ordnete der 48-Jährige die Situation daher demütig ein.
Bei einer Bilanz von 20 Punkten auf fremden Plätzen gibt die Statistik dem Übungsleiter recht. Trotzdem nutzt das in Hannover nichts, wenn sich sein Team nicht auf die Stärken des Gegners einstellt. "Hannover ist dank ihrer Besetzung auf den Außenbahnen sehr stark im Umschaltspiel und bringt viel Tempo mit. Wir brauchen am Sonntag daher eine gute Balance zwischen Defensive und Offensive", forderte der Coach. Inwieweit die Umsetzung gelingt, liegt in den Händen der Spieler. Co-Trainer Ovid Hajou wird derweil aufgrund einer Covid-19-Erkrankung nicht unterstützend dabei sein.