HSV nach Schonlaus Vorstands-Schelte auf Kurs: "Stolz auf Punkte-Schnitt“

Für den Hamburger SV kann Weihnachten kommen. Denn schon vor der Adventzeit sorgte der 4:2-Erfolg im letzten Spiel des Jahres gegen den SV Sandhausen zusammen mit dem zweiten Tabellenplatz trotz so manch vorheriger Betriebsunfälle zum Hinrundenabschluss für versöhnliche Stimmung beim Aufstiegsfavoriten.

Glatzel-Freude über "gutes Gefühl“

Die Erleichterung über den Erfolg nach dem 0:1-Rückschlag drei Tage zuvor beim Bundesliga-Absteiger SpVgg Greuther Fürth sowie zwei verspielten Führungen brachte Hamburgs Matchwinner Robert Glatzel auf den Punkt. "Wie es am Ende steht, ist eigentlich egal. Die Hauptsache ist, dass wir die drei Punkte haben und mit einem guten Gefühl in die Pause gehen“, sagte der Spitzenreiter der Zweitliga-Torjägerliste nach seinen Saisontreffern Nummer zehn und elf auf der Vereinshomepage.

Das gute Gefühl an der Alster allerdings muss augenscheinlich differenziert betrachtet werden. Immerhin setzte die Mannschaft von Tim Walther nach der Kritik von Kapitän Sebastian Schonlau an den fortwährenden Querelen im Klubvorstand durch ihren zweiten Erfolg auf eigenem Platz ein sportliches Zeichen.

Schonlau-Forderung nach Klärung von Führungsproblemen

Doch Schonlaus Schelte dürfte im Norden noch nachhallen. Bis zum Rückrunden-Auftakt nach der WM-Pause am 29. Januar (Sonntag) im Nordduell mit Aufsteiger Eintracht Braunschweig aber erhofft sich der HSV-Kapitän eine Klärung der öffentlich ausgetragenen Unstimmigkeiten um Präsident Marcell Jansen. "Jeder nimmt das wahr. Es ist schwer, das nicht zu tun. Du kriegst es mit und liest es, wünschst dir das als Spieler natürlich anders, denn eigentlich sollte es komplett Ruhe geben. Diese Dinge, die in der Führungsetage stattfinden, müssen von den Verantwortlichen untereinander geklärt werden. Das ist ihre Aufgabe, und ich hoffe, dass es zeitnah ruhiger wird und es Lösungen im Sinne des Vereins gibt", hatte Schonlau in einem am Spieltag publik gewordenen Interview gesagt.

Im Sinne des Vereins und seiner aufstiegsgierigen Fans war auf jeden Fall der fünfte Heimsieg der Saison. Walther verteilte denn auch trotz unübersehbarer Fehler und Mängel nicht nur bei den Gegentreffern nur Komplimente an sein Team: "Ich finde, dass wir von Anfang an gezeigt haben, dass wir gewinnen wollen. Wir sind nach dem Ausgleich gut drangeblieben, haben uns kurz geschüttelt und einfach weitergemacht. Genau das zeichnet meine Mannschaft aus, und deshalb hat sie auch sehr verdient gewonnen. Jetzt gehen wir mit einem Zwei-Punkte-Schnitt in die Pause, das ist sehr ordentlich, deshalb bin ich sehr stolz auf meine Mannschaft.“

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