Nur zwei Punkte aus drei Spielen: HSV vor Saisonendspurt in Formkrise
Der Hamburger SV biegt in einer Formkrise auf die Zielgerade des Aufstiegskampfes ein. Trotz seines schon dritten Spiels hintereinander ohne Sieg mit 2:2 beim Verfolger Fortuna Düsseldorf aber kann sich das Team von Trainer Tim Walter zumindest vorerst noch ohne lästige Jäger im Nacken weitgehend auf das Rennen um den direkten Sprung ins Oberhaus konzentrieren.
Meffert: "Eine ordentliche Hälfte reicht nicht“
Jonas Meffert mochte sich nach dem vierten Auswärtsspiel seines Teams in Folge ohne Erfolgserlebnis nicht einmal über den verteidigten Vorsprung auf die Konkurrenz freuen. "Das hilft beiden Teams nicht. Niemandem hat es etwas gebracht“, meinte der Ersatzkapitän auf der Vereinshomepage sichtlich angefressen.
Am Stellvertreter des gelbgesperrten Sebastian Schonlau nagten im Abschluss an das Wiedersehen mit dem früheren HSV-Trainer Daniel Thioune die mitunter erstaunlichen Schwächen in der Abwehr. "Wir haben“, sinnierte Meffert über die beiden Gegentreffer nach der frühen Gästeführung durch den dritten Saisontreffer von Laszlo Benes (5.) im Nachschuss eines vergebenen Strafstoßes, "wir haben nur eine Hälfte ordentlich gespielt, und das reicht nicht. Wir haben uns in der ersten Hälfte den Schneid abkaufen lassen, führen 1:0, hatten gar keinen Druck und haben dem Gegner die Tore auf dem Silbertablett serviert. Wir haben Gegentore bekommen, die so natürlich nicht passieren dürfen.“
Die Defensivprobleme zogen sich bei Mefferts Mannschaftskollegen wie ein roter Faden durch die Analysen. "Wir müssen weniger Chancen zulassen und hinten wieder die Null reinkriegen“, meinte Abwehrspieler Moritz Heyer, und Schlussmann Daniel Heier Fernandes vermisste Konsequenz von seinen Vorderleuten: "Beide Tore fallen zu einfach. Wir müssen energischer sein, so etwas darf uns nicht passieren.“
Walter hofft auf mehr Effizienz
Die Unzufriedenheit der Norddeutschen mit ihrem Defensivverhalten erscheint nachvollziehbar. Bisher 32 Gegentore sind im Spitzentrio der schlechteste Wert. Spitzenreiter Darmstadt 98 etwa ließ gestattete seinen Gegnern in 26 Begegnungen gerade einmal nur 21 Treffer.
Entsprechend klagte auch Walter über die Ursachen für die verspielte Führung. "Wir haben die Tore zu einfach abgeschenkt. So darf das nicht passieren“, meinte der nach seiner Sperre auf die Bank zurückgekehrte HSV-Coach und fügte ernüchtert hinzu: "Das ist momentan unser Stand.“
Bei allen Schwierigkeiten betonte Walter mit Blick auf die vorherige Nullnummer gegen Holstein Kiel und die Treffer seiner Mannschaft in Düsseldorf nach einer Elfmeter-Situation und durch ein Eigentor der Rheinländer allerdings auch die momentanen Probleme seiner Mannschaft im Angriff: "Wir müssen uns mehr belohnen.“