Kritischer Walter nicht distanziert: "Bin der Papa dieser Mannschaft"
Der Hamburger SV war als Top-Mannschaft in die Saison gestartet. Dann gab es ausgerechnet gegen zwei Aufsteiger zuletzt zwei Niederlagen in Folge. Am Freitagabend (18:30 Uhr) ist die Mannschaft von Tim Walter wieder gefordert - und dieses Mal auch wieder in einem Top-Spiel. Denn zu Gast im Volksparkstadion ist der Tabellenführer aus Düsseldorf.
"Stehe zu 100 Prozent hinter meinen Spielern"
Knapp 279 Minuten lang kassierte der Hamburger SV keinen Gegentreffer, wodurch drei Siege in Folge gegen Hertha, Hannover und Rostock möglich waren. Doch mit der SV Elverberg begann das Unglück aus hanseatischer Sicht, das sich auch in Osnabrück für Tim Walter und seine Mannschaft fortsetzte. "Natürlich sind wir sehr enttäuscht, dass wir durch die beiden Niederlagen die gute Ausgangslage und den Vorsprung in der Tabelle verspielt haben", ärgerte sich der Cheftrainer auch Tage danach. Seine Kritik an der Mannschaft nach der 1:2-Niederlage gegen den VfL war verheerend.
"Wir haben es in diesen Spielen nicht geschafft, alles abzurufen, was wir leisten können, und wir waren von der Birne her einfach zu langsam. Diese Dinge haben wir klar angesprochen", betonte Walter auch jetzt noch. Denn: "Das bedeutet jedoch nicht, dass ich zur Mannschaft auf Distanz gegangen bin. Ich stehe zu 100 Prozent hinter meinen Spielern, hinter der ganzen Mannschaft, ich bin total von meinen Jungs überzeugt." Wer, wenn nicht der Cheftrainer, solle das Team kritisieren dürfen? Das scheint die unausgesprochene Frage an der Elbe zu sein. "Ich bin der Papa dieser Mannschaft und will sie besser machen, dafür gehört das dazu", so Walter. "Und sie sind kritikbereit, das ist sehr wichtig, um besser zu werden."
HSV im Top-Spiel zurück in Form?
Aber kann der HSV eventuell nur Top-Spiele spielen? Ausgerechnet gegen die beiden Aufsteiger gab es Rückschläge. Nun kommt mit Fortuna Düsseldorf der Tabellenführer nach Hamburg. "Düsseldorf ist ein sehr guter Gegner mit einem sehr guten Trainer, sie stehen nicht umsonst da oben, denn sie haben eine gute Mischung zwischen Offensive und Defensive und sind insgesamt sehr stabil", fand Walter. "Die Fortuna war auch letztes Jahr schon oben dabei, jetzt haben sie sich individuell und auch als Team noch einmal weiterentwickelt. Aber wir haben auch die Qualität, um dieses Spiel zu gewinnen. Wir müssen sie nur zeigen."
Daran gilt es für den Cheftrainer zu arbeiten - denn das ist sein Stichwort. "Wir müssen wieder mehr arbeiten. Wir haben eine sehr gute Qualität, aber auch Qualität muss arbeiten", ordnete Walter die Lage ein. "Wir müssen wieder dahinkommen, zu agieren statt zu reagieren. Wir müssen immer aktiv bleiben, egal was der Gegner macht." Allerdings wird der HSV-Coach im anstehenden Top-Spiel erneut auf Kapitän Sebastian Schonlau verzichten müssen. Beim Innenverteidiger sind erneut Wadenprobleme aufgetreten. "Natürlich tut es uns sehr weh, wenn der Kapitän nicht spielen kann, er ist sehr wichtig für die Mannschaft, auch in kommunikativer Hinsicht. Aber wir haben einige erfahrene Spieler im Kader, die seine kommunikative Rolle auf dem Feld übernehmen können", versicherte Walter. Um damit auch wieder in die Erfolgsspur zu finden.