HSV erlebt unnötiges Pokal-Aus: "Das darf einfach nicht passieren"
Im Achtelfinale des DFB-Pokals hat der Hamburger SV das bittere Aus kassiert. Zweimal ließ sich die Mannschaft von Tim Walter in der Nachspielzeit den Sieg nehmen, um anschließend im Elfmeterschießen den Kürzeren zu ziehen. Obwohl die Elbestädter zuvor stark einen Rückstand gedreht hatten. Der Frust war groß.
"Kann es nicht erklären"
Der DFB-Pokal war für den Hamburger SV in dieser Saison eine heikle Angelegenheit. Gegen Rot-Weiss Essen ging es in die Verlängerung, gegen Arminia Bielefeld ins Elfmeterschießen. Beide Male behielt die Mannschaft von Tim Walter die Nerven. Auch am Mittwochabend sah es ganz danach aus - denn einen Rückstand durch Fabian Reese (21.) drehte der HSV noch vor der Pause zur Führung (31./43.). Und dann? Die Tragödie nahm ihren Lauf, weil Reese einmal mehr zuschlug und in der 90. Spielminute noch einmal den Ausgleich erzielte. Damit ging der HSV in die Verlängerung.
"Wir haben dann noch einmal die Führung erzielt und waren eigentlich schon am Ziel. Doch in einer Situation waren wir nicht so konsequent wie die halbe Stunde davor", beobachtete der Cheftrainer, wie dem HSV das Spiel durch die Finger rutschte. Denn nach der erneuten Führung (103.) machte Hertha noch einmal den Ausgleich - und zwar wieder in der Nachspielzeit (120.). "Ich kann es nicht erklären. Das darf einfach nicht passieren, dass man zweimal den Ausgleich in der letzten Spielminute bekommt. Das geht nicht. Einmal passiert es vielleicht, aber dann darf es nicht noch einmal passieren. Völlig unnötig", fand Jonas Meffert klare Worte für das Geschehen auf dem Rasen. Im Elfmeterschießen schied der HSV dann aus.
"Das ist maximal ärgerlich!"
Matheo Raab, der im Pokal den Vorzug vor Daniel Heuer Fernandes erhielt, war bei den Versuchen der Berliner oft nah dran, aber nie entscheidend. "Elfmeterschießen ist eine Fifty-Fifty-Chance, wir hätten es einfach vorher entscheiden müssen", legte sich der Torhüter fest, nachdem Hertha durch fünf Treffer ins Viertelfinale einzog. Auch Kapitän Sebastian Schonlau monierte: "Wir hatten zweimal die Möglichkeit weiterzukommen und haben sie zweimal wieder ins Spiel reingeholt. In der einen oder anderen Situation müssen wir cleverer sein und es vielleicht früher unterbinden."
Der HSV war zweimal fast am Ziel, steht aber doch mit leeren Händen dar. Sportvorstand Jonas Boldt äußerte sich zum bitteren Ausscheiden im Achtelfinale. "Ein Spiel geht immer 90 bzw. 120 Minuten und so lange hat jeder die Chance auszugleichen. Hertha hat alles nach vorn geworfen. Wir hatten sie über weite Strecken im Griff, aber wie es dann in so einer Schlussphase eben manchmal ist... Das ist maximal ärgerlich!", so der 41-Jährige. Und trotzdem habe der HSV an diesem Pokalabend vieles gezeigt, auf das sich der Klub in der Liga stützen kann. "Man hat heute auf vielen Positionen gesehen, dass wir eine Mannschaft sind und uns unterstützen", fand Boldt. Schonlau fand: "Auch wenn wir aus dem Pokal ausgeschieden sind, können wir eine Menge mitnehmen. Es war ein ordentliches Spiel von uns. Es war eine Menge Kampf und eine Menge Mentalität dabei." Am Samstag (13 Uhr) kann der HSV diese Tugenden im Heimspiel gegen den SC Paderborn 07 wieder auf den Platz bringen.