Alles, was ihr zum 20. Spieltag wissen müsst
Seit der XXL-Winterpause wurden bereits zwei Spieltage absolviert, allmählich kristallisiert sich heraus, welche Teams einen guten Start hingelegt haben oder bei wem trotz viel Zeit in der Vorbereitung auf die Rückrunde noch ordentlich nachgebessert werden muss. Am Wochenende besteht zum Glück wieder die Chance auf Wiedergutmachung. liga2-online.de wirft einen Blick auf den 20. Spieltag.
Die Ausgangslage
Vier Teams aus den Top5 der Liga gaben sich in der vergangenen Runde keine Blöße. Darmstadt (4:0 in Sandhausen), Hamburg (2:0 in Rostock), Kaiserslautern (2:1 gegen Kiel) und Paderborn (4:1 gegen Düsseldorf) gewannen ihre Spiele. Lediglich die Heidenheimer patzten beim 0:2 in Braunschweig und haben als Dritter nur noch einen Punkt Vorsprung auf den FCK, der weiter die Erfolgs- und Euphoriewelle reitet.
Im Tabellenkeller konnten die Bielefelder einen wichtigen Sieg landen, katapultierten sich mit einem 3:1 in Regensburg von den Abstiegsrängen auf Platz 13. Auch der BTSV konnte durch seinen Erfolg etwas aufatmen. Gleiches gilt für den FC St. Pauli, der Hannover mit 2:0 bezwingen konnte. Magdeburg und Karlsruhe spielten unentschieden, kommen deshalb nicht vom Fleck. Auch für die Nürnberger gab es im Franken-Derby eine Niederlage, sie gingen in Fürth mit einem 0:1 vom Platz und sind auf Rang 16 abgerutscht.
Fünf Spiele im Fokus
Geht der Lauf weiter und zieht die Arminia an Hansa vorbei?
Die Niederlage zum Jahresauftakt gegen Sandhausen konterte der DSC mit einem 3:1 in Regensburg, der einen Zähler Luft bis zum Abstiegs-Relegationsplatz bedeutet. Nun besteht am Freitag gegen Hansa die große Chance, sich weiter vom Tabellenkeller abzusetzen und den vierten Sieg aus den vergangenen fünf Partien zu holen. Es wäre der so dringend benötigte Lauf, um sich allmählich der sehr akuten Abstiegssorgen zu entledigen.
Die Kogge hingegen ist in diesem Jahr noch punkt- und torlos, verlor die Duelle gegen Heidenheim und Hamburg jeweils mit 0:2. Noch ist die verbotene Zone zwei Punkte entfernt, doch bei einer Niederlage könnte sich die Lage weiter eintrüben, der Druck an der Ostsee zunehmen. Immerhin präsentierten sich die Hanseaten - abgesehen vom Duell gegen Heidenheim - zuletzt gut in der Fremde, holten acht Punkte in fünf Spielen. Ein Sieg in Bielefeld wäre umso wertvoller, da ein Konkurrent auf Abstand gehalten werden könnte.
Setzt sich Fürth ab oder kommt der KSC wieder heran?
Der Blick auf die Ergebnisse der vergangenen Monate ist weiterhin grausam bei den Badenern. Nur zwei Punkte aus acht Partien, am letzten Spieltag wurde in der Nachspielzeit noch ein 1:0 beim 1. FC Magdeburg aus der Hand gegeben. Das Team von Trainer Christian Eichner ist punktgleich mit Rang 17 und könnte auf einen Abstiegsplatz rutschen. Es wäre ein guter Zeitpunkt für den ersten Heimsieg seit dem 2. Oktober des vergangenen Jahres, um auch den Coach ein wenig vom Druck zu entlasten.
Mit wesentlich mehr Rückenwind gehen die Kleeblätter in die Partie. Nach dem 1:2 in Kiel zum 2023-Auftakt gab es einen ganz spät bejubelten Heimsieg im Derby gegen Nürnberg. Es war der vierte Sieg in den jüngsten sechs Partien, von denen nur eine verloren wurde. Der Trend unter Alexander Zorniger zeigt klar nach oben. Ein nächster Sieg am Freitag und das Polster nach unten würde weiter anwachsen.
Heimspiel gegen Paderborn: Hannover droht, sich aus dem Aufstiegsrennen zu verabschieden
Der Start in die Rückrunde ist bei den 96ern kräftig misslungen. Der 1:3-Heimpleite gegen den FCK folgte ein 0:2 beim FC St. Pauli. Acht Punkte liegt die Truppe von Trainer Stefan Leitl bereits hinter dem Aufstiegs-Relegationsrang. Damit wird die Partie gegen den SC Paderborn am Samstag fast schon zu einem Endspiel im Aufstiegsrennen. Bei einer Niederlage und einem Sieg der Heidenheimer wäre der Abstand nach oben fast zu groß, um sich ernsthaft mit der Rückkehr in die erste Liga beschäftigen zu können. Im Gegenzug wäre wieder Kontakt hergestellt, wenn der Spieltag aus Ergebnis-Sicht perfekt verläuft.
Die Paderborner hingegen zeigten sich nach dem schwachen Jahresausklang mit vier Pleiten am Stück erholt, feierten in Karlsruhe und zuletzt daheim gegen Fortuna Düsseldorf im Verfolger-Duell zwei Siege. Platz fünf und vier Punkte Rückstand auf Rang drei sind der Lohn für den guten Start. Mit einem Sieg in Hannover wäre die Kwasniok-Mannschaft weiter im Nacken der Spitzenplätze und könnte auf Patzer der Verfolgten hoffen.
Heidenheim und Hamburg messen sich im Spitzenspiel
Der Tabellendritte empfängt den Zweiten: Es ist das Topspiel am Samstagabend. Das Team von der Brenz kassierte in Braunschweig die erste Niederlage nach sechs ungeschlagenen Duellen in Serie, bei denen es fünf Siege gab. Der HSV ist deshalb auf vier Punkte enteilt, Kaiserslautern ist nur noch einen Zähler weg. Der Druck ist dementsprechend groß, zumindest ungeschlagen aus dem Kräftemessen mit den Norddeutschen zu gehen, um nicht aus den Top3 zu rutschen.
Der einstige Bundesliga-Dino hingegen reist mit drei Siegen im Gepäck an, will sich von den Heidenheimern auf sieben Punkte absetzen und hofft auf die Übernahme der Tabellenführung, sollte Darmstadt am Sonntag zu Hause gegen Braunschweig verlieren. Das Gute für den HSV: Er bleibt definitiv auf Platz zwei, würde aber von den Hausherren und eventuell auch dem FCK unter Druck gesetzt werden, wenn die Heimreise ohne Punkte angetreten wird.
St. Pauli empfängt den FCK: Reißt eine oder beide Serien?
Unter Neu-Trainer Fabian Hürzeler haben die Kiezkicker bislang eine saubere Weste, gewannen in Nürnberg und gegen Hannover jeweils zu Null und konnten sich vier Punkte von der Abstiegszone absetzen. So konnten die Braun-Weißen ein wenig aufatmen, sich das Abrutschen unter Ex-Coach Timo Schultz aus den Gliedern schütteln. Klar ist aber, dass die Mannschaft noch lange nicht sorgenfrei ist, es bei einer Niederlage am Sonntag schon wieder anders aussehen kann.
Wer dachte, dass dem FCK nach dem fulminanten Jahres-Ausklang nach der Winterpause die Puste ausgeht, sieht sich aktuell getäuscht. In Hannover und gegen Kiel wurde gewonnen, die jüngsten fünf Partien wurden allesamt siegreich gestaltet. In den vergangenen 15 Partien hat der Aufsteiger - das darf nicht vergessen werden - nur ein einziges Mal verloren, zeigt eine unglaubliche Konstanz und rangiert deshalb nur einen Punkt hinter Heidenheim. Passt alles, steht das Team am Sonntagnachmittag auf dem Aufstiegs-Relegationsplatz und kann die Euphorie weiter schüren.