Alles, was ihr zum 22. Spieltag wissen müsst

Die Saison schreitet immer weiter voran, am Wochenende steht bereits der 22. Spieltag an, rund zwei Drittel der Spielzeit sind dann absolviert. Sowohl im Aufstiegsrennen, als auch im Kampf gegen den Abstieg ist jede Menge Spannung geboten. liga2-online.de wirft einen Blick auf die kommenden Partien.

Die Ausgangslage

Nach der 0:5-Abreibung in Heidenheim hat der 1. FC Nürnberg mit Markus Weinzierl bereits seinen zweiten Trainer in dieser Saison vor die Tür gesetzt. Sportvorstand Dieter Hecking will nun die Kurve bekommen. Auch der SV Sandhausen, nun Tabellenletzter, sah sich nach der 0:3-Heimniederlage gegen den KSC gezwungen, neue Impulse auf der Trainerbank zu setzen, trennte sich von Alois Schwartz und holte mit Tomas Oral gleich einen neuen Coach. Mit Arminia Bielefeld kassierte ein weiteres Kellerteam eine Pleite, unterlag beim Hamburger SV mit 1:2 und ist auf Rang 16. Insgesamt konnten die Mannschaften auf den letzten sieben Plätzen zusammen nur einen Punkt holen (Regensburg beim 1:1 gegen Hannover).

Das Top-Trio gab sich keine Blöße, Darmstadt siegte in Rostock mit 1:0, der HSV wie angesprochen gegen Bielefeld und Heidenheim gegen den FCN. Im Verfolger-Duell bezwang der SC Paderborn den 1. FC Kaiserslautern mit 1:0, ist nur zwei Punkte hinter Rang drei. Die Roten Teufel mussten etwas abreißen lassen, liegen fünf Zähler hinter dem Aufstiegs-Relegationsrang.

 

Fünf Spiele im Fokus

Gegen Regensburg: Baut der KSC die Serie aus?

Acht Spiele in Folge war der Karlsruher SC ohne Sieg, fuhr nun gegen Greuther Führt (2:1) und den SV Sandhausen (3:0) zwei Erfolge in Serie ein. Dank der Serie von drei ungeschlagenen Partien konnten die Badener ein Stück weit durchatmen und stehen nun fünf Punkte vor dem 16. und 17. Tabellenlatz. Ein Sieg gegen den Vorletzten am Freitagabend und damit der dritte Sieg in Serie könnte ein kleines Polster zu den Abstiegsrängen aufbauen.

Der Jahn hingegen wartet seit dem 22. Oktober auf einen Sieg, ist damit seit acht Anläufen erfolglos. Dabei gab es auch Niederlagen gegen direkte Kontrahenten wie Hansa (0:3), Bielefeld (1:3) und Nürnberg (0:1). Wenig verwunderlich sind die Oberpfälzer auf einem Abstiegsrang, konnten sich durch das 1:1 gegen Hannover 96 immerhin vom letzten auf den vorletzten Tabellenplatz verbessern. Letztlich ist es aber ein schwacher Trost für Trainer Mersad Selimbegovic und seine Mannen. Zumal eine Führung spät noch aus der Hand gegeben wurde.

Duell der Neutrainer zwischen FCN und SVS

Diese Konstellation gibt es auch nicht allzu oft, dass beide Vereine bei einem Aufeinandertreffen mit einem neuen Trainer aufwarten. Der 1. FC Nürnberg hat seit Montag mit Sportvorstand Dieter Hecking einen neuen Verantwortlichen. Der 58-Jährige traute Markus Weinzierl den Erfolg mit dem Team nicht mehr zu, entließ ihn nach nur elf Liga-Partien wieder. Der 48-Jährige war ein Fehlgriff, holte nur drei Siege und konnte die Mannschaft nicht vom Tabellenkeller fernhalten. Nur zwei Punkte liegen die Franken vor dem ersten Abstiegsplatz. Nach dem 0:5 in Heidenheim muss am Samstag eine Reaktion her.

Nur einen Sieg, dafür fünf Pleiten gab es für die Sandhäuser aus den vergangenen sechs Spielen, die nun wieder auf dem letzten Tabellenplatz stehen. Zwar sind es nur zwei Zähler bis zum ersten Nicht-Abstiegsplatz, doch die Vereins-Führung hatte kein Vertrauen mehr in Alois Schwartz und stellte den 55-Jährigen am Sonntag frei. Tomas Oral, zuletzt bis Sommer 2021 Trainer beim FC Ingolstadt, soll nun die Mission Klassenerhalt erfüllen.

Erster gegen Zweiter: Darmstadt empfängt Hamburg zum Topspiel

Der SV Darmstadt 98 bleibt weiterhin das Team der Liga. Seit 20 Ligaspielen haben die Lilien nicht mehr verloren, holten im Jahr 2023 aus vier Partien ebenso viele Siege und stehen weiter an der Tabellenspitze. Schon zehn Punkte sind es auf einen Tabellenplatz, der nichts mehr mit dem Aufstieg zu tun hat. Im Hinspiel gewannen die Hessen mit 2:1 beim HSV und setzten ein Ausrufezeichen. Nun soll am Samstagabend im Topspiel das nächste folgen.

Auch die Norddeutschen sind sehr gut ins neue Jahr gestartet, gewannen drei Partien und verwandelten beim 1. FC Heidenheim einen 0:3-Rückstand noch in ein 3:3 und damit einen gefühlten Sieg. Die Truppe von Coach Tim Walter kann den Rückstand auf Darmstadt mit einem Sieg auf nur noch einen Punkt verkürzen, eine Niederlage würde jedoch bedeuten, dass der SVD vorerst enteilt. Zudem könnte Heidenheim auf einen Zähler heranrücken. 

Hansa kommt: Paulis Lauf soll im Derby weitergehen

Seit Fabian Hürzeler auf St. Pauli das Kommando hat, läuft es für die Kiezkicker wie geschmiert: Vier Siege aus vier Partien. Der Tabellenachte rangiert neun Punkte vor den Abstiegsrängen und konnte jede Menge Selbstvertrauen sammeln. Zuletzt wurde auch ein 0:1-Rückstand beim 1. FC Magdeburg noch in einen Erfolg gedreht. Klar, dass die Serie am Sonntag im Derby gegen Hansa ausgebaut werden soll. Allerdings ist Hansa das sechstbeste Auswärtsteam der Liga, holte in zehn Partien schon vier Siege. Doch auch die "boys in brown" mausern sich langsam zu einer Heimmacht, holten 20 Punkte in zehn Duellen vor eigenem Publikum.

Bei der Kogge ist die Ausbeute der vergangenen Wochen durchwachsen. Nach einem Auswärtssieg in Braunschweig zum Jahresausklang gab es drei Niederlagen in vier Spielen im Jahr 2023. Allerdings musste Hansa auch gegen die Top-Drei der Liga ran, verlor gegen Heidenheim und den HSV mit 0:2, gegen Darmstadt gab es zuletzt zu Hause ein 0:1. Das Spiel beim direkten Konkurrenten aus Bielefeld wurde hingegen mit 1:0 gewonnen. Deshalb stehen die Rostocker noch vier Punkte vor einem Abstiegsplatz.

Hannover empfängt Magdeburg zum Duell der Kriselnden

Mit einer ordentlichen Portion Zuversicht ging Hannover 96 in die lange Winterpause, erlebte seit dem Wiederauftakt aber einen Rückschlag nach dem anderen. Gegen Kaiserslautern (1:3), St. Pauli (0:2) und Paderborn (3:4) gab es Niederlagen. Bei Jahn Regensburg sicherte Cedric Teuchert erst in der 88. Minute mit dem Treffer zum 1:1 überhaupt einen Punkt. Platz drei ist deshalb schon elf Punkte entfernt. Sogar der an den Ansprüchen gemessen "falsche" Relegationsplatz ist näher dran, nur neun Zähler entfernt. Am Sonntag soll der Bann nun gebrochen und der erste Sieg im neuen Jahr geholt werden.

Auch für den FCM läuft das Jahr noch nicht wie erhofft. Immerhin gab es einen Auswärtssieg in Kiel, dem trotz Führung ein 1:2 gegen St. Pauli im eigenen Stadion folgte. Der Frust war groß, weil die Blau-Weißen regelmäßig immer wieder die gleichen Fehler produzieren und den Gegner so Tore erzielen lassen. Während der Aufsteiger das schwächste Heimteam ist, wurden in der Fremde 13 Punkte geholt, was den achten Platz bedeutet. Eventuell kann dies in Hannover genutzt werden - zumal sich 10.000 FCM-Fans angekündigt haben. Bei nur einem Punkt Vorsprung auf einen Abstiegsplatz wäre eine Niederlage sehr schmerzhaft.

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