Alles, was ihr zum 27. Spieltag wissen müsst

Der 27. Spieltag in der 2. Bundesliga steht an: Zwei direkte Duelle zwischen den Spitzenteams und ihren Verfolgern könnten das Aufstiegsrennen noch einmal spannender denn je gestalten - wenn beispielsweise der FC St. Pauli seinen zehnten Sieg in Folge einfahren würde. Im Keller stellt sich wiederum die Frage, wer den endgültigen Befreiungsschlag landen kann und wer dem Endspurt mit großem Zittern entgegentreten muss.

Die Ausgangslage

Ein spektakuläres Remis auf dem Betzenberg sorgt dafür, dass das Aufstiegsrennen weiter spannend bleibt. Denn durch das 2:2-Unentschieden der Heidenheimer beim FCK konnte sich lediglich Darmstadt 98 ein Stück weit an der Tabellenspitze davonstehlen. Scharren die Verfolger wieder mit den Hufen, weil auch der Hamburger SV in Düsseldorf nicht über die Punkteteilung hinaus kam? Unverhofft scheint sich der Aufstiegskampf wieder offener zu gestalten, wenn das Spitzentrio am 27. Spieltag nicht abliefert.

Im Tabellenkeller stellt sich wiederum die Frage, wer den endgültigen Befreiungsschlag für sich landen kann? Karlsruhe, Hannover und Kiel könnten die Weichen für eine sorgenfreie Rest-Saison stellen, doch jeder Ausrutscher könnte das Tabellenmittelfeld wieder zum Schlachtfeld machen. Alle Teams zwischen Platz 13 und 18 treten in Heimspielen an, sodass die Kellerkinder durchaus versuchen werden, den Aufstand zu erproben.

 

Fünf Spiele im Fokus

Wem hilft es mehr? Frühlingsgefühle beim HSV oder H96

Im Frühling versteckt der Hamburger SV gerne seine Schokoladenseite, doch auf der Habenseite der Elbestädter stehen in diesem Kalenderjahr trotzdem schon 16 Punkte - dramatische Ausmaße, wie es oftmals in der Vergangenheit der Fall war, haben die Ergebnisse also noch nicht angenommen. Trotzdem ist der HSV auf dem Aufstiegs-Relegationsplatz gefordert, um Hannover 96 nach dem ersten Sieg im neuen Jahr direkt wieder den Wind aus den Segeln zu nehmen. Sonst weht an der Elbe schnell ein rauerer Wind.

Diesem sind die Niedersachsen gerade erst entkommen. Aus dem Krisengipfel beim SV Sandhausen ging Hannover als Sieger hervor, obwohl die erste Halbzeit der Elf von Stefan Leitl zu schaffen machte. War es dennoch die Initiallösung zur Trendwende? Ein Sieg beim HSV dürfte die Niedersachsen auf Kurs zum sicheren Klassenerhalt bringen - und mit dem Prestige eines Erfolgs beim großen Liga-Favoriten dürften auch die Folgewochen wieder leichter fallen. Die doppelte Motivation ist Hannover nicht von der Hand zu weisen.

Aufsteigerduell mit klaren Vorzeichen: BTSV muss punkten

Im Niedersachsen-Derby konnte Braunschweig einen Sieg erringen, woraufhin die steigende Formkurve bei formstarken Karlsruhern bestätigt wurde. Doch die Eintracht bleibt in brenzliger Situation, denn der BTSV steht lediglich aufgrund des besseren Torverhältnisses (-13) gegenüber Regensburg (-16) auf einem Nicht-Abstiegsplatz. Der Grad, auf dem die Braunschweiger wandeln, ist schmal. Zumal das Aufsteigerduell mit dem FCK unter klaren Vorzeichen stattfindet - und zwar mit den Roten Teufeln in der Favoritenrolle.

Obwohl die Lautrer zuletzt nur einen Sieg aus den letzten sieben Spielen holte, war das 2:2-Remis am vergangenen Spieltag ein moralisches Highlight für die Betze-Buben. Zwei Tore zum Ausgleich in der Nachspielzeit, weil Heidenheim einen Elfmeter vergab - das dürfte dem FCK durchaus Schwung geben. Zumal die Roten Teufel weiterhin befreit aufspielen können. Seit der letzten Woche ist die ominöse 40-Punkte-Marke geknackt, sodass es für die Lautrer in dieser Saison ziemlich sicher um nichts mehr geht.

Heidenheim gefordert: St. Pauli will den zehnten Sieg in Folge

Die letzten zwei Auftritte der Kiezkicker an der Heidenheimer Brenz waren vor Toren geprägt, denn zweimal in Folge kassierte der FCH satte vier Gegentreffer von den Hamburgern. Sollte sich das Muster wiederholen, dann wäre die Elf von Frank Schmidt am Ende des Spieltags garantiert der große Verlierer - schließlich würde St. Pauli auf vier Punkte an die Heidenheimer heranrücken. Auf der Ostalb gilt es dies - trotz des verrückten Rückschlags gegen Kaiserlautern - zu verhindern. Und mit sieben Spielen ohen Niederlage im Rücken darf Heidenheim weiter selbstbewusst sein.

St. Pauli wiederum könnte Historisches schaffen, denn ein weiterer Sieg der Kiezkicker würde die Erfolgsserie der Hamburger auf zehn Siege in Folge erweitern. Dass die Hamburger das unbedingt schaffen wollen, betonte bereits Kapitän Jackson Irvine unter der Woche - immerhin sind solche Serien nicht alltäglich und könnten vielen Spielern im Kader von Fabian Hürzeler nur einmal in der Karriere gelingen. Cheftrainer und Mannschaft werden jedoch wissen, dass man sich im Vergleich zu den Vorwochen wieder steigern muss.

Vorentscheidend: Zieht Darmstadt davon oder rückt Paderborn auf?

Ähnliche Voraussetzungen finden sich am Böllenfalltor wider, denn dort trifft Tabellenführer Darmstadt auf den SC Paderborn. Die Lilien haben sich mit zwei Siegen ohne Gegentreffer für die kleine Delle rehabilitiert, die ihnen vom HSV (1:1), Heidenheim (0:1) und Bielefeld (1:3) zugefügt wurde. Als einziges Team haben sich die Darmstädter somit auf den direkten Aufstiegsplätzen wieder abgesetzt. Um die Distanz weiter zu wahren, wäre ein Erfolg gegen die Verfolger aus Ostwestfalen nötig.

Zumal die Paderborner eine aussichtsreichere Verfolgerrolle in den letzten Wochen selbst verspielt haben. Zwar gelang am vorherigen Spieltag ein 3:2-Sieg gegen Greuther Fürth, doch davor blieb die Mannschaft von Lukas Kwasniok auch viermal ohne Sieg. Wenn der SCP noch ein Wörtchen im Aufstiegsrennen mitreden möchte, dann wird das nur bei einem Sieg am Böllenfalltor klappen. Ein Duell mit vorentscheidenem Charakter für beide Mannschaften steht an.

Sorgenduell an der Ostsee: Rostock und Kiel wollen Ergebnisse liefern

An der Ostsee steht Alois Schwartz wiederum vor dem Heim-Debüt als Hansa-Trainer, um das Ruder für die Kogge herumzureißen. Der Auftritt in Magdeburg (0:3) dämpfte die Euphorie durch den erneuten Trainerwechsel erheblich, sodass die Hansa-Fans mit großen Sorgen ins Nordduell gegen Kiel gehen. Die goldene Frage bleibt, wer die Tore für Rostock schießen soll, um den Klassenerhalt zu feiern - John Verhoek wird es vorerst nicht sein, denn der Top-Torjäger der Vorsaison fehlt wegen einer Gelb-Rot-Sperre. Wer die Tore schießt, wird dem Publikum letztendlich aber wohl egal sein - solange sie fallen.

Dagegen wird Holstein Kiel etwas einzuwenden haben, denn die Störche kämpfen seit Wochen gegen die Ergebniskrise an. Zwar sieht das Spiel der Kieler immer wieder gut aus, doch Lorbeeren haben Marcel Rapp und seine Mannschaft zu Genüge bekommen. Etwas Zählbares fehlt, sodass die Störche mit nur neun Punkten aus neun Spielen in der Rückrunde weiter hinter den Erwartungen herlaufen - und bei einem Rostocker Erfolg auch wieder nach unten schielen müssen.

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