Alles, was ihr zum 30. Spieltag wissen müsst

Die Plätze um den Aufstieg scheinen drei Mannschaften unter sich auszumachen - oder bekommt doch noch ein Team weiche Knie? Im Abstiegskampf ist die Lage dagegen wesentlich spannender. Noch immer sind neun Klubs in der Verlosung, in der kommenden Saison drittklassig zu sein. liga2-online.de wirft einen Blick auf den 30. und damit fünftletzten Spieltag der Saison 2022/23.

Die Ausgangslage

In einer wilden Partie setzte sich der Hamburger SV im Derby gegen den FC St. Pauli durch, nutzte somit auch die Patzer der Konkurrenz aus und steht neun Punkte vor Rang vier. Für die Kiezkicker, die Fünfter sind, bedeutete das Ergebnis sehr wahrscheinlich das Aus im Aufstiegsrennen. Der SV Darmstadt 98 behauptete seine Tabellenführung, bezwang den Karlsruher SC mit 2:1. Verfolger 1. FC Heidenheim setzte sich souverän mit 3:0 gegen Holstein Kiel durch. Mit dem SC Paderborn (2:2 in Sandhausen), Fortuna Düsseldorf (0:2 in Nürnberg) und - wie angesprochen - St. Pauli waren die Verfolger nicht erfolgreich, müssten nun selbst eine Siegesserie hinlegen und auf viele Ausrutscher der Top-Drei hoffen, um noch einmal ins Aufstiegsrennen eingreifen zu können.

Im Tabellenkeller feierte der F.C. Hansa Rostock einen befreienden 2:0-Erfolg gegen Greuther Fürth, bleibt aber Vorletzter. Weil Jahn Regensburg ein 0:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern holte und nun punktgleich mit Hansa auf dem Abstiegs-Relegationsplatz steht. Sandhausen als Tabellenletzter steht vier Zähler hinter dem rettenden Ufer. Das belegt aktuell Arminia Bielefeld nach einem 1:3 zu Hause gegen Hannover 96. Die Niedersachsen sind noch nicht gerettet, aber haben neun Punkte Abstand auf Platz 16. Eintracht Braunschweig kassierte durch die 1:2-Heimpleite gegen den 1. FC Magdeburg einen Rückschlag, steht vier Punkte vor dem Relegationsrang. Der FCM hingegen ist als Zwölfter sieben Zähler vor der gefährlichen Zone.

 

Fünf Spiele im Fokus

St. Pauli empfängt die Arminia: Resthoffnung gegen Abstiegsangst

Können die Männer vom Millerntor die Saison nun austrudeln lassen? Nach zehn Siegen in Serie gab es zuletzt die Niederlagen gegen Braunschweig (1:2) und nun den HSV (3:4). Neun Punkte liegen die "Boys in brown" hinter dem Rivalen. Bei noch fünf Partien scheint der Aufstiegszug ohne die Mannschaft von Trainer Fabian Hürzeler abzufahren. Doch noch besteht eine Resthoffnung. Dafür ist ein Sieg gegen die Arminia allerdings Pflicht.

Die "Sorgen" des Gegners hätten sie auf der Alm auch gern. Stattdessen geht es darum, den zweiten Abstieg in Serie zu verhindern. Nach einer Serie von fünf ungeschlagenen Partien kassierte auch der DSC zuletzt zwei Niederlagen, steht nur noch einen Zähler vor dem Relegationsplatz und muss schnellstmöglich wieder punkten. Sonst droht am Ende des Spieltages der vorletzte Platz.

Traditionsduell in Magdeburg: Der HSV ist zu Gast

Durch den Sieg im "Sechs-Punkte-Spiel" bei Eintracht Braunschweig konnte sich der FCM wieder etwas mehr von der Abstiegszone absetzen. Sieben Zähler sind es auf Rang 16, dementsprechend kann die Mannschaft von Trainer Christian Titz recht locker in die Partie gehen. Mit einem Sieg und Patzern der Konkurrenz wäre der Klassenerhalt so gut wie sicher. Doch vor heimischem Publikum tut sich das Team bekanntlich schwer, holte erst 15 Punkte in 14 Spielen.

Neun Punkte liegt der HSV vor den Teams aus Paderborn, dem Rivalen St. Pauli und Düsseldorf. Das Polster sollte bis Saisonende reichen. Doch die Norddeutschen wollen sich den Umweg über die Relegation sparen und direkt aufsteigen. Ein Punkt ist Heidenheim weg, Darmstadt fünf. Ein Sieg im Elbe-Duell ist notwendig, wenn im Endspurt noch ein direkter Aufstiegsplatz gesichert werden soll.

Hansa will beim FCK eine Serie starten

Den Klassenerhalt haben die Pfälzer sicher, in Sachen Aufstiegsplätze geht jedoch nichts mehr. Die Lautrer können die Saison entspannt zu Ende spielen und sich in aller Ruhe um den Kader der kommenden Spielzeit kümmern. Groß sollte deshalb der Ansporn der Profis sein, nun nicht locker zu lassen.

Dass eventuell doch das eine oder andere Prozent fehlt, darauf werden sie bei der Kogge hoffen. Denn die Norddeutschen benötigen dringend die Punkte. Nachdem im vierten Anlauf endlich der erste Sieg unter Neu-Trainer Alois Schwartz gelang, ist Hansa punktgleich mit Rang 16 und nur einen Zähler hinter einem Nicht-Abstiegsplatz. Daher gilt: Verlieren verboten, gewinnen ausdrücklich erlaubt.

Macht Darmstadt in Kiel schon die Relegation klar?

Fünf Spiele erfolglos, zwei Siege am Stück, dann eine 0:3-Heimpleite gegen Heidenheim. Die vergangenen Wochen der KSV waren nichts Halbes und nichts Ganzes. Mit 40 Punkten ist der Klassenerhalt jedoch sicher, die Norddeutschen sind im Niemandsland der Tabelle. Der große Ansporn scheint zu fehlen. Vielleicht gibt das Duell mit dem Tabellenführer noch einmal neue Motivation.

14 Punkte stehen die Lilien vor einem Nicht-Aufstiegsplatz, könnten also schon an diesem Wochenende zumindest die Teilnahme an der Relegation klarmachen. Doch nach der starken Saison darf und soll es natürlich mehr sein. Sollte der HSV patzen und die Hessen gewinnen, wäre Rang drei schon acht Punkte weg - bei dann noch zwölf zu vergebenen. Es wäre ein weiterer, ganz großer Schritt Richtung Erstliga-Rückkehr.

Kellerduell in Sandhausen: Der Jahn kommt

Die Partie lässt sicherlich nicht alle Herzen höher schlagen. Auf dem Papier liest sie sich auch wahrlich nicht hochklassig. Doch die Konstellation ist allemal sehr spannend. Sandhausen holte zuletzt einen Sieg in Magdeburg (2:1), nun ein Remis gegen Paderborn und zeigte somit, dass sich die Mannschaft als Tabellenletzter wahrlich noch nicht aufgegeben hat. Drei Punkte Rückstand sind es auf den kommenden Kontrahenten, der mit einem hohen Sieg auch überholt werden würde.

Die Oberpfälzer, zuletzt nur mit zwei Punkten aus vier Partien, hingegen könnten sich mit einem Erfolg schon sechs Zähler vom Schlusslicht absetzen und auch vom 16. Platz springen. Es geht also um sehr viel. Zudem auch die Ergebnisse auf anderen Plätzen zusätzlichen Einfluss auf die Ausgangslage der beiden Teams im Endspurt haben.

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