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"Aushängeschild des Ostens": Aue feiert seinen 75. Geburtstag

imago images / picture point

Für den FC Erzgebirge Aue ist es eine ganz besondere Woche. Am heutigen Donnerstag feiert der Verein aus Sachsen seinen 75. Geburtstag, bevor die Veilchen nur zwei Tage später gegen Hannover 96 in ihr 500. Zweitligaspiel gehen. Aue-Präsident Helge Leonhardt wirft in einem "Kicker-Interview" daher ein Blick auf die Vereinsgeschichte und bezeichnet den FCE als "ein Aushängeschild des Ostens." 

Eine Kleinstadt etabliert sich im Profifußball 

Eigentlich ist der FC Erzgebirge Aue ein echter Karnevalsverein – wobei die tolle Jahreszeit in Sachsen Fasching genannt wird. Denn an einem Rosenmontag vor genau 75 Jahren wird der Verein zunächst noch als Betriebssportgemeinschaft Wismut Aue gegründet und sollte sich schließlich in den folgenden Jahrzehnten den Ruf als "Kumpelverein" verdienen. Die Veilchen, wie der FCE mit seinen Farben Lila und Weiß auch genannt wird, gehörten nicht nur in der DDR zu den erfolgreichsten Fußballklubs, sondern konnten sich auch nach der Wende auch im gesamtdeutschen Profifußball etablieren, wie ein Blick auf die ewige Tabelle der 2. Bundesliga zeigt. Dort findet sich Aue auf Rang 29 wieder und hat andere namhafte Ost-Vereine wie Union Berlin (31.), Energie Cottbus (38.), Hansa Rostock (43.) oder Dynamo Dresden (46.) hinter sich gelassen. Und das, obwohl die Stadt Aue gerade einmal 16.000 Einwohner hat.

"Aushängeschild und Leuchtturm der Region" 

Für Aues Präsident Helge Leonhardt der Lohn für die harte Arbeit, wie er in einem Interview mit dem "Kicker" verrät. "Wir wollten nicht den einen großen Ritter als Sponsor von irgendwoher. Uns ist nichts in den Schoß gefallen, wir haben malocht", so der 62-Jährige, der vor allem auf den Lokalpatriotismus setzt. "Stück für Stück konnten wir immer mehr regionale und auch überregionale Sponsoren gewinnen. Unsere Maxime war: Wir geben nur das aus, was wir haben. Wir haben uns als Aushängeschild und Leuchtturm der Region präsentiert." Die Geschichte des Vereins hat Leonhardt dabei immer im Blick: "Den Gründern unserer Wismut fehlte es nach dem 2. Weltkrieg an allem, aber nicht an Ideen, Mut und Begeisterung für den Fußball und ihre Heimat. Das alles haben wir uns als ihre Nachfolger bewahrt. Ich sehe Meistertitel, Aufstiege, viele Kämpfe und vor allem viel, viel Arbeit. Wir können alle stolz sein."

Jubiläumsspiel virtuell ausverkauft

Gefeiert werden soll der Geburtstag dann am Samstag, wenn gegen Hannover 96 ausgerechnet auch noch das 500. Zweitligaspiel für die Veilchen auf dem Programm steht. Wegen Corona kann die Party allerdings nur vor imaginären Fans stattfinden. Über 17.000 Unterstützer-Tickets hat der Verein für einen symbolischen Preis von 1,46 Euro in Anlehnung an das Gründungsjahr bereits abgesetzt, womit das Stadion virtuell ausverkauft ist. Eine richtige Feier verspricht Leonhardt den Fans aber auch noch. Diese soll allerdings erst stattfinden, wenn alle pandemiebedingten Beschränkungen aufgehoben sind.