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"Baby-Jubel bringt scheinbar Glück": Dursuns erster Dreierpack

© IMAGO / Hartenfelser

Zwei Siege in Folge feierte der SV Darmstadt 98 in diesem Jahr noch nicht – bis zum letzten Samstag jedenfalls. Beim 4:1-Sieg gegen Aue blieb vor allem Angreifer Serdar Dursun vor dem gegnerischen Kasten eiskalt, was für die Lilien einen großen Schritt zum Klassenerhalt bedeuten könnte. Für den werdenden Papa war es der erste Dreierpack in der Karriere, was die Karrierepläne des Stürmers durchaus begünstigt.

Dursuns Zukunft weiter offen

Schon mehrfach schnürte Serdar Dursun in seiner Karriere einen Doppelpack und gewann damit viele Spiele, doch drei Tore in einem Match? Das gelang dem 29-Jährigen am vergangenen Wochenende erstmals. "Ich träume seit meiner Kindheit davon, in einem Punktspiel drei Tore zu erzielen", ließ Dursun nach Abpfiff in seine Gefühlswelt einblicken, die auch vom privaten Glück geprägt war. Daheim konnte Frau Dursun den Baby-Jubel ihres Mannes sehen, nachdem dieser in der Vorwoche nicht auf den TV-Bildern auftauchte. "Der Baby-Jubel bringt mir scheinbar Glück", freute sich der SVD-Angreifer umso mehr über seine erneut entscheidenden Tore.

Schießt Dursun die Lilien jetzt zum Klassenerhalt – und geht? Der Vertrag des 29-Jährigen läuft zum Saisonende aus, der treffsicherte Zweitliga-Schütze nach Simon Terodde ist ablösefrei zu haben. Wie der "Kicker" berichtet, ist ein Abgang aus Darmstadt aber längst nicht beschlossen. So bekräftigte Dursun selbst: "Man darf im Fußball nie 'Nie' sagen. Aber ich habe auch höhere Ziele. Ich möchte natürlich in die Bundesliga und für die türkische Nationalmannschaft spielen." Die Abwägungen werden angesichts von Alter und Leistung daher wohl nicht weniger. Und zuerst steht sowieo der Klassenerhalt mit Darmstadt auf dem Programm – und da zeigte sich Dursun durchaus kritisch: "Trotzdem sieht das 4:1 dann vielleicht klarer aus als es war, speziell vor der Pause hatte Aue sehr gute Chancen."

"Total zufrieden"

Im Vergleich zum 3:2-Sieg in Paderborn veränderte SVD-Cheftrainer Markus Anfang seine Startelf nur zwangsläufig, weil Kapitän Fabian Holland gelbgesperrt fehlte. Im Vorfeld der Partie waren noch zwölf Ausfälle möglich, doch allzu dramatisch wurde es bei den Lilien nicht. Leistungstechnisch überzeugte die aktuelle Elf ohnehin. "Ich bin total zufrieden damit, dass wir das Spiel gewonnen haben", freute sich daher auch Anfang, der nach einem guten Start den Lohn des Angriffspressings schon früh erntete. "Danach haben wir zwei, drei Situationen des Gegners überstanden", so der SVD-Coach.

Dursun legte nach, der FCE dezimierte sich aufgrund eines Platzverweises und Dursun legte erneut nach. Trotzdem kam Aue per Elfmeter wieder heran. "Nach dem 3:1 kann so ein Spiel nochmal kippen. Aber die Jungs haben sich dagegen aufgelehnt", ärgerte sich Anfang über die Elfmeterentschehung nach einem Einwurf. Die Mischung aus kompakter Defensive und fußballerischen Elementen gefiel dem Übungsleiter dagegen sehr. Vor allem das sogenannte i-Tüpfelchen überzeugte Anfang: "Wir machen kurz vor Schluss noch das 4:1 – ein Tor, was mich besonders freut. Eine Situation, die wir im Training unter der Woche immer wieder nachgestellt haben, wenn der Stürmer allein auf den Torwart zuläuft." Damit feierte Darmstadt zum ersten Mal in diesem Kalenderjahr zwei Siege in Folge, was schon in der Hinrunde nur einmal gelang. Mit 31 Punkten winkt nun der zwölfte Platz – und schon am nächsten Wochenende (Samstag, 13 Uhr) kann der SVD gegen Braunschweig vielleicht schon entscheidende Schritte im Abstiegskampf gehen.