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"Brutaler Spielverlauf" trifft BTSV hart: Entscheidende Wochen stehen an

© IMAGO / Revierfoto

Im Tabellenkeller tritt Eintracht Braunschweig seit Wochen als Vorletzter auf der Stelle. Auch eine ansehnliche Leistung gegen Spitzenteam Bochum trägt nicht zur Verbesserung der Lage bei. Derzeit scheint der größte Vorteil der Niedersachsen zu sein, dass der Rückstand zum rettenden Ufer nicht anwächst. Die direkten Duelle stehen an.

BTSV fängt zehntes frühes Gegentor

Bei aller Sympathie und Vertrauen in die Qualität des Braunschweiger Kaders hat wohl niemand im Umfeld der Eintracht realistisch an Siege gegen Kiel, Hannover oder Bochum geglaubt. Letztlich kam es für den BTSV genauso knüppeldick, wie es die Schwarzmaler vorhersagten – und Cheftrainer Daniel Meyer geht mit der Last von drei Niederlagen in Serie in die wohl entscheidenden Kellerpartien der nächsten Wochen. Mit Regensburg, Nürnberg und Sandhausen stehen die direkten Duelle mit den direkten Konkurrenten bevor.

Meyer muss Lösungen finden, zumal die Braunschweiger nach wie vor in der Anfangsviertelstunde schlafen. "Hier ein frühes Gegentor zu bekommen ist natürlich Gift. Wir haben im Spiel viele Ecken ordentlich verteidigt – bis auf die Erste", sah der Cheftrainer ein sich wiederholendes Muster seiner Mannschaft in Bochum, denn der BTSV kassierte in der gesamten Saison bislang satte zehn (!) Gegentore in der ersten Phase einer Partie. Liga-Höchstwert – und das mit Abstand. Hinzu kam ein "brutaler Spielverlauf", der mit einem verschossenen Elfmeter und einem zweiten Gegentor in der eigenen Drangphase gekennzeichnet wurde. Unterlegen fühlte sich der BTSV im ersten Abschnitt nicht: "Taktisch haben es die Jungs sehr gut gemacht, sind clever und intensiv angelaufen und haben die Zwischenräume gut geschlossen."

"Waren in einer ähnlichen Situation"

Unter dem Strich steht Braunschweig weiterhin unter dem Strich. Fehlt dem BTSV die Qualität? Abgesehen von der wackeligen Defensive konnte sich die Eintracht in vier der fünf letzten Spiele zumindest offensiv zeigen und einen Treffer erzielen. In Bochum war der gegnerische Sechzehner gefühlt jedoch unbelaufen, wie auch Meyer verdeutlichte: "Wir haben bis in die Nachspielzeit hinein viel versucht. Wobei man auch ehrlich sein muss, dass es bis zum Sechzehner okay war, aber die Qualität der Chancen nicht mehr so war wie in der ersten Halbzeit." Somit bleibt der BTSV nach der 0:2-Niederlage mit 17 Punkten aus 21 Partien ganz unten stecken.

Wie geht es weiter? Das Braunschweiger Umfeld ist seit längerer Zeit schon unruhig, das Vertrauen in den Cheftrainer ist seitens der Fans nicht sattelfest. Fakt ist auch, dass der Aufsteiger aus den letzten elf Spielen gerade einmal einen Sieg holte. Das rettende Ufer bleibt fünf Punkte entfernt, weil auch die Konkurrenz nur unregelmäßig punktet. Angesichts der anstehenden Spiele stehen Verein, Trainer und Mannschaft dennoch vor sogenannten Wochen der Wahrheit. Und zumindest Angreifer Marcel Bär zeigte sich zuversichtlich, dass die Niedersachsen damit gut umgehen werden: "Vor zwei Jahren waren wir in einer ähnlichen Situation, wo wir die Wende noch geschafft haben. Das Team verfügt über eine gute Mentalität." Damals war es jedoch die 3. Liga, heute die 2. Bundesliga. Das Brett dürfte entsprechend dicker sein.