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"Darfst niemanden unterschätzen": Shpileuski kritisiert Einstellung

© IMAGO / Eibner

Der FC Erzgebirge Aue findet noch nicht richtig in den Tritt. Nach drei Unentschieden in Folge kassierten die Veilchen zuhause gegen Sandhausen die erste Niederlage der Saison. Cheftrainer Aliaksei Shpileuski ärgerte sich darüber, dass seine Mannschaft gerade im ersten Abschnitt die Grundtugenden vermissen ließ. Außerdem sorgte der erste SVS-Treffer für Diskussionen.

"Von Druck konnte man leider nicht reden"

In der 65. Spielminute erzielte FCE-Stürmer Babacar Gueye den Ausgleich für die Veilchen, die daraufhin das Spiel an sich reißen wollten. Doch insgesamt war der Coach im Erzgebirge mit der Leistung seiner Mannschaft nicht zufrieden – denn es folgte die 1:3-Niederlage. "Wir sind sehr enttäuscht, weil wir uns wirklich sehr, sehr viel intern vorgenommen haben", erklärte Shpileuski auf der Pressekonferenz nach der Partie. Der Übungsleiter deutete an, dass ihm insbesondere die Tugenden beim FCE gefehlt haben. Möglicherweise, weil der Gegner unterschätzt wurde.

"Wir haben davor gewarnt, dass Sandhausen eine richtig gute Mannschaft ist und zu Unrecht da unten drin stand", betonte der FCE-Coach eindringlich. Dem SVS habe "sehr stark gespielt" und Qualität im Ballbesitz gezeigt, sodass sie "Drucksituationen aufgelöst" haben. Doch gerade im ersten Abschnitt stellte Aue den Gegner dabei nicht vor große Herausforderungen: "Von Druck konnte man leider unsererseits nicht reden. Unser Anlaufen war ganz, ganz schwach. Wir sind nicht synchron angelaufen und kamen immer einen Schritt zu spät." Mit fortlaufender Spieldauer rächte sich dies, obwohl der FCE eigentlich im zweiten Abschnitt stärker wurde.

Kritik an Gegentor und Mentalität

Dann kam allerdings der Treffer zum Rückstand. "Beim 0:1 war der Ball ganz klar im Aus. Selbst mit Videoschiedsrichter habe ich nicht verstanden, warum es trotzdem gezählt hat. Der Linienrichter stand genau an der Linie", ärgerte sich Shpileuski über das Tor, das Gueye später noch ausgleichen konnte. Ein Systemwechsel in der Pause trug dazu bei, dass die Veilchen besser ins Spiel fanden. "Mit dem 1:1 waren wir richtig gut im Spiel. Wir haben guten Druck ausgeübt, hatten eine Chance nach der anderen, auch hochkarätige", verdeutliche der FCE-Coach, dass es zu diesem Zeitpunkt gut aussah. "Dann verfallen wir wieder in die Passivität bei den Gegentoren", so die Ernüchterung.

Am meisten ärgerte sich der 33-Jährige letztlich über die Mentalität seiner Mannschaft. "Es ist jetzt vorbei, wir können es nicht mehr ändern", musste Shpileuski einmal durchatmen. "Wir müssen den Jungs vor Augen halten, dass in dieser Liga jeder Fußball spielen kann. Wir müssen immer da sein, immer 100 Prozent, immer am Limit. Ob der Gegner Schalke oder Sandhausen heißt, du darfst niemanden unterschätzen." Das scheint nach der ersten Analyse des Cheftrainers zumindest ein Teil der Schuld zu sein, der zur ersten Saison-Niederlage führte. Das – und weiteres – wird Shpileuski nun mit seiner Mannschaft aufarbeiten müssen.