Darmstadt und 1860 trennen sich 1:1: Ein glücklicher Punkt zum Ärgern

Nach dem Schlusspfiff zeugten viele Mienen der Münchener Spieler von Enttäuschung, da sie im Auswärtsspiel bei Darmstadt 98 lange Zeit geführt hatten. Und das mit einer zumindest kämpferisch überzeugenden Leistung. Am Ende mussten die Löwen aber doch noch den Ausgleich hinnehmen – und Darmstadt hatte anschließend noch die große Chance zum 2:1. Deshalb schauten auch die Hausherren etwas unentschlossen drein. Verständlich, denn dieses seltsame Spiel hatte eine Reihe von Knackpunkten zu bieten:

Bereits in der ersten Minute hätte Yannick Stark beinahe die Führung für Darmstadt 98 erzielt, doch sein kräftiger Schuss sauste am Münchener Torpfosten vorbei. Dies wäre eine typische „Ausgerechnet“-Geschichte gewesen: Ausgerechnet Stark, der erst vor zwei Wochen von München nach Darmstadt gewechselt ist. So verpassten die Lilien also die frühe Führung und die Gelegenheit einen angeschlagenen Gegner direkt zu Beginn der Partie bedeutend zu demoralisieren. „Wenn wir in Führung gehen, wäre es für München sehr schwer geworden“, sagt etwa Darmstadts Jerôme Gondorf.

Okotie vergibt Elfmeter

1860 präsentierte sich in der Folge jedoch giftig und engagiert und ließ kaum einmal ein vernünftiges Aufbauspiel der Darmstädter zu. Die Defensive beider Mannschaften stand meist sicher und ließ verhältnismäßig wenig klare Aktionen nach vorne zu. „Wir haben heute nicht die spielerischen Mittel gehabt, um uns die Chancen zu erarbeiten“, sagt Lilien-Mittelfeldspieler Hanno Behrens, „das Fußballspielen haben wir etwas vergessen“, fügt Kapitän Aytac Sulu an. So spielte sich die Partie die meiste Zeit zwischen den beiden Strafräumen ab, garniert wurde sie von vielen Fouls, welche jedoch in meist harmlosen Freistößen endeten.

Zur Pause stand es dennoch 1:0 für die Löwen, Jannik Bandowski hatte in seinem ersten Spiel für die Münchener in der 26. Minute wie aus dem Nichts getroffen: Es war ein feines Solo des von Borussia Dortmund verpflichteten Offensivspielers, Darmstadts Torhüter Christian Mathenia hatte gegen den strammen Schuss ins kurze Eck keine Chance. Wenig später kam es dann zum zweiten Knackpunkt der Partie: Yannick Stark foulte Moritz Volz im Strafraum, Schiedsrichter René Rohde entschied auf Elfmeter: Rubin Okotie trat an, der Stürmer hatte am letzten Spieltag gegen Heidenheim noch verwandelt. Dieses Mal nicht, der schwach getretene Strafstoß war kein Problem für Christian Mathenia (32.). „Arrogant“ sollte man anschließend von Münchener Seite hören, „nicht platziert genug“ trifft es hier eher. Mehr als ärgerlich für die „Sechziger“, da eine Darmstädter Aufholjagd nach einem 0:2 an diesem Tage eher schwer vorzustellen war: Die Hausherren spielten wie immer starkes Pressing, doch sprang in der ersten Hälfte nicht viel dabei heraus. Torjäger Dominik Stroh-Engel und Flügelspieler Marcel Heller waren weitestgehend abgemeldet.

Brégeries Kopfball an den Pfosten

Im zweiten Durchgang lief es besser für die „Lilien“, Marco „Toni“ Sailer ließ mit einem strammen Schuss aufhorchen (51.). Darmstadt drückte die Gäste nun immer mehr in die eigene Hälfte zurück, die Löwen setzten etwa in Form von Witteks Möglichkeit ab und an Nadelstiche (75.). Darmstadts Druck wurde immer größer, in der 83. Minute wurde er belohnt: Jerôme Gondorf schoss einen Freistoß in den Strafraum, Stroh-Engel und der eingewechselte Ronny König verpassten den Treffer zunächst, es war schließlich Leon Balogun, der den Ball im langen Eck unterbrachte. Nun wollte Darmstadt mehr, doch der Kopfball von Romain Brégerie klatschte in der 89. Minute. an den Innenpfosten – Knackpunkt Nummer drei. München hatte in Form von Okoties Kopfball eine Minute danach auch noch mal eine Gelegenheit, aber am Ende blieb es beim 1:1. „Irgendwie war es für beide Seiten ein glücklicher Punkt“, resümiert Darmstadts Kapitän Aytac Sulu zeigt sich aber zufrieden: „Unterm Strich können wir mit diesem Ergebnis gut leben.“

FOTO: Claus Krentscher

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