Darmstadt vor dem Spiel in Kaiserslautern: Zu Gast in der Hölle

Der Betzenberg war bei den Gästeteams seit jeher mehr als nur respektiert, ja fast gefürchtet: Das Stadion des 1. FC Kaiserslautern stand für eine unvergleichliche Atmosphäre und unglaubliche Aufholjagden. Bis die „Roten Teufel“ sich in den 2000er-Jahren allerdings von einer etablierten Bundesliga-Mannschaft zu einem Sorgenkind entwickelten und sich auch zuhause teilweise grauenhafte Auftritte erlaubten. Seit der FCK 2012 das dritte Mal aus der Bundesliga abgestiegen ist, erwacht der alte Mythos „Betze“ jedoch langsam aber sicher wieder zum Leben: Von 41 Heimspielen gingen nur fünf (!) verloren, in dieser Saison ist Kaiserslautern daheim noch ungeschlagen. Besonders das 3:2 gegen 1860 München gleich am ersten Spieltag steht sinnbildlich für das Selbstverständnis des FCK:

Der FCK ist das heimstärkste Team

Dank einer unermüdlichen Leistung und der Unterstützung von den Rängen drehten die „Roten Teufel“ das Spiel nach einem 0:2-Rückstand und einer Roten Karte für Torhüter Sippel. Da war er wieder, der Betze-Wahnsinn, die „Hölle“ auf dem Berg. Um ihr Team nicht „allein“ gegen die heimstärkste Mannschaft der Liga antreten zu lassen, reisen zum Topspiel des 14. Spieltags über 4500 Fans des SV Darmstadt 98 in die Pfalz. So viele Zuschauer hatten die „Lilien“ lange Zeit bei Heimspielen nicht, jetzt fahren sie als Tabellendritter zum FCK (Vierter). „Ziemlich beeindruckend“ nennt Außenverteidiger Sandro Sirigu die Unterstützung seitens der Darmstadt-Fans, „da entwickelt man eine enorme Vorfreude.“

Auch sportlich ist dieses Duell mehr als nur interessant, da beide Mannschaften den Weg nach vorne suchen. Wobei es klar sein dürfte, dass die „Lilien“ auch in dieser Partie zuallererst die Ordnung in der Defensive als Priorität ansehen werden. Ein Indiz für die starke und geschlossene Abwehrleistung des Teams von Dirk Schuster in der bisherigen Saison sind die lediglich zwölf kassierten Gegentore, von welchen allein vier auf die 1:4-Niederlage gegen Düsseldorf entfallen.

Schuster hat die Qual der Wahl

Kaiserslautern wird darauf brennen, die Serie von zuletzt vier Unentschieden zu brechen und somit den Anschluss nach ganz oben zu wahren. Für Trainer Kosta Runjaic ist es auch ein Aufeinandertreffen mit seiner Vergangenheit: Unter seiner Regie schaffte Darmstadt 98 2011 den Aufstieg in die Dritte Liga. Dies wird auf dem Platz aber nur nebensächlich sein, für die Hausherren gilt es, das schnelle Umschaltspiel vor allem über Marcel Heller zu unterbinden. Wer aber neben Heller den anderen Flügelspieler geben wird, bleibt abzuwarten: Jerôme Gondorf ist wieder fit, vor seinem grippalen Infekt setzte Trainer Schuster den etatmäßigen zentralen Mittelfeldspieler als Hängende Spitze ein. Falls er dies nun wieder tut, würde Tobias Kempe auf die Außenbahn rücken und Milan Ivana müsste wieder auf die Bank.

Die Darmstädter Fans jedenfalls können sich auf ein weiteres Highlight in dieser Zweitliga-Saison freuen, Sandro Sirigu weiß trotz des großen Spiels am Betzenberg was sein Team an ihnen hat: „Im ‚Bölle’ mit unseren Fans im Rücken zu spielen ist auf jeden Fall noch mal eine Steigerung, nichtsdestotrotz freuen wir uns enorm auf das Spiel, das hoffentlich einen positiven Ausgang für uns nehmen wird.“

FOTO:  FU Sportfotografie

Das könnte Sie auch interessieren

Auch interessant

Ein Kommentar

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"