Darmstadts Abwehr wackelt gewaltig: "So kannst du kein Spiel gewinnen"
Erst 0:4, dann 0:3. Beim SV Darmstadt 98 wird anhand des Ergebnisses wohl niemand von einer Verbesserung sprechen. Gegen Aue kassierten die Lilien erneut zwei richtungsweisende Nackenschläge, die in der Schlussphase noch zum deutlichen Ergebnis erhöht wurde. Offensivspieler Tobias Kempe mahnt, dass mit dieser Leistung keine Siege mehr folgen werden.
SVD vergibt die Möglichkeiten
FCE-Stürmer Pascal Testroet zog dem SV Darmstadt 98 am Sonntag bereits früh den Zahn. Nach sieben Zeigerumdrehungen nickte der Angreifer erstmals ein, nach dem Seitenwechsel verwandelte er fix einen Strafstoß. Für die Lilien war die Messe zu diesem Zeitpunkt schon gelesen. Ausgerechnet nach der deutlichen 0:4-Niederlage in der Vorwoche. "Wir haben uns viel mehr vorgenommen", ließ Ersatzkapitän Tobias Kempe in Abwesenheit von Fabian Holland keine Zweifel daran aufkommen, dass das Spiel gegen die Veilchen anders laufen sollte.
Der Spielverlauf sprach gegen die Lilien. "Dann geraten wir mit der ersten Aktion wieder in Rückstand, waren danach aber eigentlich gut im Spiel. Aber wir machen aus unseren Chancen eben kein Tor, obwohl wir am Drücker gewesen sind", ärgerte sich Kempe über die vergebenen Möglichkeiten, die auch SVD-Cheftrainer Markus Anfang sah: "Wir hatten dann zweimal durch Mathias Honsak, mit Marvin Mehlems hundertprozentiger Chance und Serdars Dursuns Kopfball sehr gute Chancen, wir haben aber die Tore nicht gemacht." In der 56. Spielminute folgte dann bekanntermaßen der weitere Nackenschlag.
"Nicht nötig gewesen"
"Schlussendlich war für uns heute nichts zu holen", sah Kempe ein, dass die Darmstädter dem erneuten Hinterherlaufen eines Rückstandes nichts entgegenzusetzen hatten. Für den 31-Jährigen höchst alarmierend: "Es ist kräfteraubend, wieder in Rückstand zu geraten und wieder hinterherzurennen. Und dann hat uns vorne die Überzeugung gefehlt, um die Dinger zu machen. So kannst du kein Spiel gewinnen." Insgesamt war es bereits die dritte Saisonniederlage, dem gegenüber stehen drei Remis und nur zwei Siege. Im engen Tabellenbild der Liga kann das schnell in die Abstiegszone führen.
Der angesäuerte Cheftrainer gab sich kämpferich: "Direkt nach Spielende ist es sehr bitter, ein Spiel so abzugeben was nicht nötig gewesen wäre, aber wir müssen da jetzt durch und ich bin davon überzeugt, dass wir da durchkommen werden." Bei mittlerweile 18 Gegentreffern in acht Partien - nur Schlusslicht Würzburg kassierte mehr Tore - liegt das Hauptaugenmerk wohl vor allem auf der Defensive. Gerade nach den sieben Gegentoren in den letzten zwei Spielen.